Lloret de Mar
und Spanien

Meine Klinikodyssee in Spanien
Bitte achtet nicht auf Rechtschreibung und Rethorik, diesen Artikel habe ich vorerst in meinen schlaflosen Nächten unter der Wirkung von äusserst starken Schmerzmitteln erfasst. Überarbeitung wird folgen.
Da ich schon mehrere Reaktionen erhalten habe, welche von Leuten stammen, die die gesamtspanische Medizin für gut befinden, hier noch zur Info:Wie in meinem Bericht zu lesen, habe ich sehr viele negative Erlebnisse gehabt. Wenn ich da schimpfe oder einfach nur subjektive Äusserungen von mir gebe, diese entstammen meiner ganz persönlichen Meinung. Aber leset erst einmal und urteilet dann.
Der Beginn des ganzen vom Start der Erkrankung bis zum Entlassen aus der Klinik Girona
Fortsetzung 2, Irrfahrt durch Blanes
Fortsetzung 4, Operations und Risikoaufklärung mit Dolmetscher,
Fortsetzung 6, Terminprobleme im CAP während der Urlaubszeit vom Hausarzt
Fortsetzung 7, Brief eines deutschen Spezialisten über operationsfreie Behandlung
Fortsetzung 8, größere Überweisungschancen,medikamentöser Zigarettenentzug, und nochmals die OP
Fortsetzung 9, immer noch in Spanien, rauchfrei, Licht am Horizont ????
Fortsetzung 10, Auf meine Bitte hilft meine Firma wieder mit
Fortsetzung 11,In 3 Std. mehr erreicht, wie in 6 Monaten vorher
Fortsetzung 13, 80 Tage rauchfrei, Absetzen der Nichtraucherpillen und allgemeiner Zustand
Fortsetzung 15, Ein ziemlich langer Artikel, da ich hier die letzten 3 Monate aufgeführt habe
Fortsetzung 17, Medikamentenentzug und Auftauchen neuer Symptome, die vorher nie gewesen sind
Fortsetzung 18, Klagevorbereitung gegen die Seguridad Social zur Erlangung der Erwerbsunfähigkeit
Fortsetzung 19, Ein Sturz mit Folgen
Fortsetzung 20, Immer noch Schmerzen und dumme Sprüche vom Internisten
Begonnen hat alles mit meiner Deutschlandtour nach meinem 3-wöchigen Urlaub. Mir welchem Elan man dann an die Arbeit geht, brauch ich wohl keinem zu erzählen. Aber gut, die ersten 3 Entladestellen noch in Ordnung, bei der 4. musste ich dann zwecks Einhaltung meiner Termine 13 Colli von je 50 Kg bei so einem stinkend faulen Gallier Kunden von Hand abladen. Ergebnis: Rücken und Gelenkschmerzen. Bereits am nächsten Morgen auch schon Verfärbungen an Fingern und Zehen zu sehen. Habe das ganze als erstes durch Überanstrengung und Schwitzen als Grippe abgetan und mich dementsprechend behandelt. Als am Freitag gar nichts mehr ging, habe ich mir in Kaiserslautern einen Allgemeinmediziner gesucht, der natürlich meine Internationale Versichrungskarte nicht aktzeptiert hat, obwohl er hätte müssen. Aber da er eh nichts machen konnte, hat er dann auch nichts kassiert, mit nur schnellstmöglich einen Krankenhausbesuch angeraten. So bin ich bis Neuenburg gefahren, da ich dort einige Leute kenne. Habe meine Firma informiert, das im Samstag Morgen dort zum Notdienst gehe und dann das Wochenende wegen dem Ferienfahrverbot dort verbringe. Firma wollte wegen der geladenen Terminware auch gleich einen 2. Fahrer hochschicken, der aber auch nicht ehr auf unseremLager hätte sein können. So habe ich der Firma zugesagt, das ich Montag Mittag auf dem Platz bin und dann gleich zum Arzt fahre. Nach dreimaler Nachfrage Firmenseits, ob ich das gesundheitlich auch schaffe, hat man mir die Genehmigung erteilt. Wollte schliesslich bei meiner Frau sein und habe bis dahin auch noch viel vom spanischen Gesundheitswesen gehalten. Samstag also erst ins Krankenhaus nach Müllheim, von wo man mich nach kurzer Begutachtung sofort ans Herz-und Gefässzentrum in Bad Krotzingen überwiesen hat. Nach 10-Minütiger Untersuchung stand für den Arzt meine Einweisung fest. Es hat mich viel Zeit und Überredungskunst gekostet, von der Einweisung abzusehen . Aber nur unter der Bedingung, das ich mich Montag in Spanien direkt ins Krankenhaus begebe. War mein grösster Fehler. Also gut,Sonntag abend los, Montag Mittag direkt zum CAP, welches, wie schon an anderer Stelle erklärt, die erste Anlaufstelle für in Spanien Sozialversicherte bzw. Leute mit Auslandkrankenschein ist. Nach zweistündiger Wartezeit endlich dran, aber keiner von den arroganten Weisskitteln wollte etwas von den Möglichen Spezialdiagnosen der Herzspezialisten von Krotzingen hören. Nach 2 weiteren Stunden kam man schliesslich zu dem Schluss, man kann es hier nicht behandeln, ich müsste zur Uniklinik von Girona. Es war ja auch erst 17:30H. 18:30 H Ankunft in Girona. Ohne Wartezeit zur Untersuchung welche bis 21:30h dauerte. Ergebnis: Man weise mich nicht in Girona ein, sondern in Blanes, weil es Näher an zu Hause ist. Um 23:30 Ankunft Blanes. Wieder 2-Stündige Untersuchung mit dem Ergebnis der Einweisung, aber heute kein Bett mehr frei. Nach Hause fahren und morgen wiederkommen. Morgens neuerliche Untersuchung bis Mittag und dann einen Überweisungsschein ----Ihr werdets nicht erraten----- für die Klinik in Girona in der Tasche. Also wieder ab nach Girona, einweisen lassen und...... warten, warten warten. In der ersten Woche wurden täglich Untersuchungen durchgeführt, die sehr zum Wohle der Klinikkasse führten, aber zu keiner Versbesserung meines Befindens. Man war nicht einmal fähig, mir in einem "sogenannten" Universitätsholspital wirksame Schmerzmittel zu verabreichen, oder mir ein Schlafmittel zu geben, das mich mehr als 2 Stunden pro Nacht durchschlafen lässt. Da man prinzipiell ja auch nicht auf die von einem Fachartzt stammende aber vom Patienten vorgebrachte, mögliche Diagnose hin untersucht hat, hat man gar nichts Ursächliches gefunden. Also waren es die Zigaretten schuld, die sinds ja immer. Es ist sehr schwer gefallen, aber aufgrund von Amputationsdrohungen habe ich das Rauchen volle drei Tage komplett eingestellt, mit dem Ergebnis, das mir die Ärtztin jeden morgen nach Blutdruckmesung mit intergrierter Messung des Fingerspitzenpulses. Und jedes Mal die Behauptung: Du rauchst noch, sonst wäre das vom ersten Tag an feststellbar. Also habe ich mir gedacht, es ist genug, wenn mich die Schmerzen quälen, gegen die man einfach nichts vernünftiges unternommen hat, und habe weitergeraucht. (Bitte keine Kommentare, ich weiss, es ist Scheisse).
Aber, oh Wunder, seit dem vierten Tag viel die Diagnose auf einmal besser aus.
Also hat man in der ersten Woche nicht anderes getan, als mich vom Patienten mit einem Leiden zu einem *******Totkranken******* zu machen. In der zweiten Woche war man dann doch schon mal soweit, mir zwei mal täglich einen Tropf mit Venen und Adernerweiternden Mitteln zu verabreichen, aber Giftbombem mit Nachwirkungen, wie ich sie nur vom Hörensagen aus der Chemotherapie kenne. Nach Ablauf der Woche Entlassung zur weiteren Giftbehandlung, allerdings ambulant, ins Hospital in Blanes.Eine halbe Stunde nachdem ich dem einweisenden Chefinternisten meine Schmerzprobleme geschildert habe, war ich medikamentös bereits auf fast null Schmerzen eingestellt. Nur auch er wollte von der Diagnose des deutschen Gefässspezialisten, das es sich ziemlich sicher um ein Wirbelsäulenleiden handelt, das durch Belastung der feinen Nerven welche für die Durchblutung der Kleinstkörperteile zuständig sind, in den entsprechenden, und immer gleichen Adern sogenannte spasmische Verkrampfungen auslösen, welche zum Verschluss dieser Adern sorgen. Das fängt an bei Taubheitsgefühlen in den Gliedmassen bis zum langsamen Absterben des Gewebes. Aber da unser Körper ja sein bester Arzt ist, stirbt in diesem bestimmten Fall der Finger von aussen her ab, beginnt also bei den oberen Hautschichten. (Soweit war ich auch schon)
Und das die Gelenkprobleme ebenfalls durch Nervenquetschungen in der Wirbelsäule war mir schon durch vorherige CT-Diagnosen in Deutschland bekannt. Aber auch hieran wird nichts behandelt, ausser das ich mittlerweile unter Schmerzmitteln lebe, die es es schaffen, mich so halbwegs schmerzfrei zu halten. Und nun versucht man, die ganze Sache ambulant und rein medikametös in den Griff zu bekommen. Mehr Infusionen dürfen auch nicht verabreicht werden, da diese die Blutgefässe von innen heraus zerstören. Hat man mir dann doch schon nach Ablauf der Behandlung erklärt. Also wenn ich es nicht schaffe, eine Überweisung an eine deutsche Spezialklinik zu erhalten, egal ob legal oder illegal, bin ich hier in Kürze Invalide. Die typische Zweiklassenmedizin, über die in Deutschland oft und gerne geschimpft wird, hier ist sie noch in vollem Umfange Existent.
Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.
1.Fortsetzung (nachoben)
Nach 2 weiteren Wochen er Termin im Krankenhaus von Blanes, da dort jeden Dienstag ein Spezialchirurg aus Callella extern behandelt. Dieser Doc sollte meine Wunden an den Fingerspitzen fachgerecht reinigen und verarzten. Doch was passiert? Er schaut sich hielt ich einenmeine Finger an verbindet sie lediglich neu und verschreibt mir eine Salbe, die bei Benutzung die einzige Wirkung hat, zu brennen wie Feuer mit Schmerzen, die kein Schmerzmittel zu bekämpfen vermochte. So habe ich die Salbe wieder abgesetzt und mir von meinem Spezialapotheker (von dem ich alles bekomme) eine Wundsalbe mit örtlich wirksamen Narkotikum mischen lassen, welche die Heilung der offenen Wunden zwar auch nur unmerklich vorantreibt, aber dieses vollkommen schmerzfrei.
Zudem hat mir der ????Spezialchirug???? in Blanes eine Überweisung an die Herz und Gefässklinik in Barcelona geschrieben wegen endoskopischer Überprüfung der Adern sowie auf verklemmung von blutgefässsteuerndern Nerven der Blutgefässe.
So habe ich am 29.10.07 mein Krankenhausköfferchen gepackt und war am 30.10. pünktlich in der Klinik in Barcelona. nach einer Stunde Wartezeit hatte ich mein Gespräch mit dem zutreffenden Doktor.
Und was jetzt kommt, klingt wie ein schlechter Witz:
Nach der Befragung über Allergien und sonstige Krankheiten (Daten, die schon im Zentralrechner der INSS vorliegen, und auf die jede Klinik Zugriff hat) erhielt ich eine Überweisung zurück nach Blanes, wo noch ambulant einige Untersuchungen durchgeführt werden müssten. Mit den Diagnosen dieser Untersuchungen habe ich mich dann am 23.11. wieder in Barcelona zu melden zwecks Absprache der weiteren vorgehensweise. Zudem zur Festlegung eines 4-tägigegen stationären Aufenthaltes, der aber wegen Auslastung der Klinik nicht vor Ende Januar erfolgen kann. Auf meine Frage hin, warum man diesen Papierkram nicht auf dem Postwege erledigen kann, erhielt ich die Antwort, das bei allen behandlungsbetreffenden Aktionen der Patient persönlich anwesent zu sein hat und die Fahrtkosten würden ja schliesslich von der Kasse übernommen. Also am 23. wieder für nix nach Barcelona.
Langsam bin ich drauf ung dran, illegal unbesehen der dadurch entstehenden Konsequenzen mit einem gefälschten E112 nach Deutschland einzureisen und mich dort heilen zu lassen. Habe ja zum Glück die internationele Krankenkarte. Aber erst noch mal abwarten. Ich habe ja die Zusage der Krankenkasse, dass ich die Überweisung nach D erhalte, wenn auch diese Spezialklinik nicht mit meinem Problem fertig wird.
2.Fortsetzung (nachoben)
Nachdem ich dann auf direktem Wege zur Klinik in Blanes gefahren bin, konnte man dort angeblich mit der Überweisung nichts anfangen konnte. Stattdessen schrieb man mir eine neue Überweisung zum Ambulatorio (städtische Ambulanz) in Blanes. Also wieder Taxi zum Zentrum in Blanes, wegen Überfüllung 2 Stunden Wartezeit. Und das für die Info, es fehlt ein Papier für die Behandlung, da ich in Lloret wohne und Ambulatorio nur für Blanes zuständig ist. Ich müsste erst zur Kankenkasse ( die Gott sei Dank nebenan ist) um mir die Genehmigung zur Behandlung ausfüllen zu lassen.
Aussage der Krankenkasse: Ich muss zuerst zu meinem Hausarzt in Lloret, obwohl mir in der Klinik in Barcelona gesagt wurde, das ich direkt nach Blanes zur Klinik fahren soll. Ebenso stand es auch in der Überweisung. Also am 3.11.07 am CAP in Lloret angerufen zur Terminvereinbarung. Und da man hier ja sooooo schnell ist, und selbst bei den grössten Problemen jedem alles scheissegal ist, habe ich meinen Arzttermin zum 06.11.07 erhalten. Lass die Fingerkuppen mal ruhig abfaulen. Das amputieren ist ja wohl billiger wie das behandeln.
Gesundheit ist zwar wichtiger, aber mein Rechtsanwalt bereitet hat schon eine erfolgversprechende Schadenersatzklage vorbereitet. Da eir zum Glück alles schriftlich vorliegen haben, ist solch eine Klage zu 90% erfolgversprechend.
3.Fortsetzung 30.11.2007 (nachoben)
Nach Vorsprache bei meinem Hausarzt mit den Unterlagen von Barcelona hat mir dann mein Hausarzt eine Überweisung mit Angabe der anstehenden Untersuchungen zur Klinik nach Blanes geschrieben, nicht aber ohne mich zu fragen, ob die Ärzte in Blanes wohl etwas hirnlos sind ! Mit meinem Hausarzt selber habe ich jetzt mittlerweile Frieden geschlossen. Er hilft mir, wo er kann. Nun gut, mit den Untersuchungsresultaten eine Woche später wieder nach Barcelona, wo mich der Doc erst mal über die genaue Diagnose aufklärte, nämlich das "Thorciac outlet Syndrom" was soviel heißt, eine verklemmung der Nerven zwischen der oberen ersten Rippe und der Wirbelsäule. Diese Diagnose, von der ich ohne Unterlass 14 Wochen bei allen mich behandelnden Ärzten gepredigt hatte, wurde die gesamte Zeit ignoriert. Was ich dann noch in dem spanisch Medizinischen Kauderwelsch verstanden habe, das die Wartezeit bis zu OP mindestens 3 Monate dauert. Dann versuchte mich der Doc noch über die Risiken der OP aufzuklären, aber dafür reichte mein Spanisch dann wiederrum nicht aus. Ich sollte am nächsten Freitag mit einem Dolmetscher wiederkommen, damit ich auch alles verstehe. Werde ich zwar heute am 30.11. mit einer Bekannten, welche fließend deutsch, Catalan und Castellano spricht, hinfahren, die Belehrung aber nur als Alibi nehmen, denn ich benötige die schriftliche Diagnose der Klinik für meinen Antrag auf Überweisung nach Deutschland, wo ich eine Wartezeit von max 8 Tagen habe. Einlieferung und Untersuchung kann je nach Flugtermin und Ankunft auch schon eher erfolgen. Ein Pluspunkt beim Überweisungsantrag ist, das ich die Transportkosten selber übernehme. (Bei Raynair Girona-Basel zwischen 16 und 45€ netto, je nach Termin. Shuttelservice von Basel Airport zur Klinik ist kostenlos. Zudem habe ich eine schriftliche Erklärung der deutschen Klinik über den Gesamtpreis der Behandlung inklusive OP welcher 5.305 € beträgt.
Dazu habe ich eine Kalkulation angefertigt, welche ich der Kasse hier ebenfalls einreichen werde. In den 3 Monaten an Wartezeit verbrauche ich hier an Medikamten (von denen einige sauteuer sind) und der Arztbesuche mindestens 2.700 €, bevor es zur Einweisung kommt. Und ich glaube kaum, das auch eine spanische Spezial- und Uniklinik diese Behandlung zu einem Dumpingpreis von 2.605 € durchführen wird. Aber den hiesigen Preis erfahre ich erst noch bei meinem Besuch und werde dann die obigen Daten ergänzen. Soweit der Bericht bis heute, 30.11.07, 01:10 h morgens. Fortsetzung folgt.
4.Fortsetzung 08.12.07, 23:05h (nachoben)
Mittlerweile hat man die Diagnose TOS verworfen, und eine Trombeangeitis Obliterante (Buerger Syndrom) diagnostizitiert. Da ich ja nun mit meiner Dolmetscherin dort war, konnte mir nun der Arzt, übrigens der dritte verschiedene bei 3 Konsultationen die genaue Vorgehensweise der OP sowie die möglichen Risiken der OP erklären.
Vorgehensweise der OP:
Endoskopisch wird durch einen kleinen Schnitt in der Achselhöhle werden eine Kamera und das OP-Werkzeug eingeführt, und der betroffene Nerv zwischen der 3. und 4. Rippe durchschnitten. Dadurch sollen dann sämtliche Beschwerden verschwinden. Vorab muss der Lungenflügel auf der entsprechenden OP-Seite komplett entlüftet werden.
Als Risiken wurde mir eine mögliche Verletzung einer Arterie genannt, welche innere Blutungen verursacht, und dadurch der OP-Schnitt vergrößert werden muss. Beim "Wiederaufpumpen" des Lungenflügels nach der OP kann sich Wasser zwischen Lungenbläschen und dem sogenannten Lungensack bilden, so das eine Drainage nach aussen gelegt werden muss, durch die das Wasser abfließen kann. Zudem kann es bis zu 2 Wochen nach der OP zu Schmerzen kommen, sowie zu einem unangenehmen Prickeln des Brustkorbes in der Art wie nach eingeschlafenen Füssen. Weitere Risiken würden bei der OP nicht bestehen.
Trotz allem habe ich mich im Netz über das Buerger-Syndrom schlau gemacht, sowie erst mal mit einem Spezialisten gesprochen. Dieser sagte mir, das eine OP beim Buerger-Syndrom nur selten durchgeführt wird, und auch nur dann, wenn keinerlei medikamentöse Behandlung mehr anschlägt, da die Risiken bei dieser Operation nicht im Verhältnis zu Nutzen stehen. Zudem wäre auch noch wenig über diese Krankheit bekannt. Dieser Spezialist erweiterte die Riskofaktoren unter anderem um das Risiko einer Querschnittslähmung und weiteres. Sicher, bei den Anfangssymptomen hätte man die Möglichkeit Buerger-Syndrom in Betracht ziehen können, aber die bestehenden Symptome weichen mittlerweile täglich voneinander ab. Und ich werde den Teufel tun, mich auf gut Glück von den hiesigen "Urwaldmedizinmännern" operieren lassen, welche zum einem nicht zu einer sicheren Diagnose fähig sind, und mir bei der Risikoaufklärung das grösste Risiko verschweigen. Mittlerweile habe ich ein Schreiben erstellt, welches auch nur die geringste Kleinigkeit das geringste Symptom und die kleinste Veränderung darstellt. Dieses Schreiben werde ich an viele Spezialkliniken, bzw Kliniken mit Spezialabteilungen in Deutschland schicken. Mal schauen, was bei dieser Aktion herauskommt.
5.Fortsetzung 19.12.07, 00:00h (nachoben)
Mittlerweile habe ich einige Antworten von deutschen Spezialisten erhalten. Die Ferndiagnosen nur aufgrund meiner detaillierten Schilderungen lauten immer noch zu 80 % auf das Thoracic Outlet Syndrom, bei dem die rechte obere Rippe entfernt wird. 20 % allerdings diagnostizieren das Buerger Syndrom. Aber da ohne Untersuchung, bzw. die hier vorliegenden Diagnosen, Blutuntersuchungen und Röntgenbilder keine verbindliche Diagnose gestellt werden kann, versuche ich gerade, von den hiesigen Kliniken und behandelnden Ärzten meine Unterlagen zu bekommen. In Gegensatz zu Deutschland gehören hier in Spanien die Unterlagen den Krankenkassen und nicht dem Patienten. Mittlerweile habe ich hier einen Rechtsanwalt, der Fachanwalt auf dem Gebiet Sozialrecht ist.
Die Chancen steigen ein wenig. Das Thoracic Outlet Syndrom ist eine hier in Spanien eine weitgehend unbekannte Krankheit, was meine Chancen auf die E-112 Überweisung nach Deutschland steigen lässt. Beim Buerger Syndrom ist bislang nur das Rauchen als Auslöser bekannt. Obwohl es sich um eine schon sehr alte Krankheit handelt, wurde bis heute noch keine andere Ursache gefunden.
Bislang bin ich mit meinem Rechtsanwalt, meinem Hausarzt und der Krankenkasse zu folgender Übereinkunft gekommen:
Bis zum 29.12.07 behalte ich mein bisheriges Rauchverhalten bei, und es wird täglich die Durchblutung in allen Fingern und Zehen gemessen. Ab dem 29.12.07 ist dann radikal mit dem Rauchen Schluß, wobei die Krankenkasse sogar die Kosten für alle Hilfsmittel (Nikotinpflaster, gute teure Antirauchermedikamente und wenns auch nicht anders geht, die Kosten für einen Psychologen übernimmt). Danach werden wieder täglich die Werte gemessen, und zwar über die folgenden 4 Wochen. Bis heute ist erwiesen, das beim Buerger eine messbare Besserung bereits nach 3-5 Tagen eintritt. Sollten sich die Symtome nach den 4 Wochen nicht gebessert haben, kann diese Krankheit zu 95 % ausgeschlossen werden. Dann erhalte ich eine Überweisung an eine deutsche Spezialklinik, aber lediglich zur Untersuchung, um die restlichen 5 % auch auszuschließen. Damit ist dann sicher, dass es sich um das Thoracic Outlet Syndrom handelt, und diese OP darf ich dann auch in Deutschland durchführen lassen, da, wie schon gesagt, diese Krankheit hier in Spanien fast absolutes Neuland ist.
Bis jetzt alles reine Theorie, aber man macht sich halt Hoffnung. Den Sinneswandel der Kasse hat vielleicht auch die kleine Noterpressung meines Anwaltes gemacht, einen Eilprozess wegen folgenschwerer Fehlbehandlung anzustreben, die auch wirklich gschehen ist. Was die wenigsten wissen, auch für solche Sachen gibt es hier in Spanien Schnellrichter, so dass man nicht ca. 6 Monate auf einen Termin vor dem Sozialgericht warten muss.
Ich weiss nicht, ob ich in obigen Abschnitten den Fall schon geschildert habe. Am Krankheitsanfang konnte ich Schmerzbedingt max 1 Stunde schlafen (und das mit Schlaftabletten) dann 5-10 Minuten hinsetzen, bis die Schmerzen weg waren, dann wieder Stunde schlafen usw.
In einer Nacht bin ich dann halt kurz aufgestanden, habe meine E-Mails gecheckt, bin dabei auf meinem Bürostuhl eingeschlafen und mit diesem umgegippt. Beim aufwachen während des Fallens natürlich instinktiv mit den Händen abzustützen versucht, und mit vollem Gewicht auf die betroffenen Fingerspitzen. Dies hat dann in dem schlimmsten Finger einen großen Bluterguss ergeben. Der Arzt behauptete, das geht von selber weg, selbst als sich der Bluterguss vergrößerte. Dabei hat er wohl vergessen, das Wunden in schlecht durchbluteten Körperteilen kaum abheilen. Weder der Hausarzt nach zwei Kliniken haben es für nötig gehalten, diese Sache zu behandeln. Dann bin ich zu einem privaten Doc gegangen (auf private Rechnung natürlich, und auch die Diagnose erkennt die Kasse nicht an. Aber als Zeuge vor Gericht zählt er) Zu diesem Zeitpunkt war am rechten Zeigefinger das Gewebe schon bis zu einer Tiefe von ca. 3 mm abgestorben. Aber glaubt nur nicht, dass die hiesigen Ärzte einen Eingriff zum entfernen des toten Gewebes durchgeführt hätten. Man verschrieb mir lediglich eine Alkoholhaltige Tinktur, welche nicht einmal von der Kasse gezahlt wird. Aber egal, diese Tinktur verhinderte das vertiefen des Absterbens und in Selbstbehandlung mit der Tinktur zum Austrocknen der befallenen Stelle kann ich jetzt so nach und nach die abgestorbene Partie lösen, und werde sie wohl auch bald ab haben. Daher kann ich auch behaupten, das es sich um eine Tiefe von ca. 3 mm handelt. Ist schon eine super Gesundheitsversorgung, bei der man Amputationen selber durchführen muss. Klasse, oder. Habe auch schon versucht, die Sache zu fotografieren, aber bis jetzt noch kein deutliches Foto hingekriegt. Aber auch das schaffe ich noch. Ihr werdet staunen.
So, das war´s mal wieder bis zur nächsten Fortsetzung.
6.Fortsetzung 27.12.07, 23:49h (nachoben)
Sollte ich wirklich das Buerger Syndrom haben, und nicht aufhöre zu rauchen, sehen meine Hände in spätestens einem Jahr so aus, wie die Füsse auf den Bildern oben rechts.
Das Weihnachtsfest habe ich mehr oder weniger schmerzarm zu Hause auf der Couch überstanden.
Da mein Hausarzt bis Ende des Jahres in Urlaub ist, wollte ich mir vor den Feiertagen noch einige Medikamente verschreiben lassen. Erst wollte man mir einen Termin am 3. Januar aufs Auge drücken, bis ich den Trottels klarmachen konnte, das es sich um Medikamente zur Arterienerweiterung handelt, und ich dann am 3.1. nicht zum Rezeptholen sondern zum Finger amputieren komme. Nach langem Reden und Drohen bekam ich dann doch am gleichen Nachmittag einen Termin. Natürlich kein Doktor im Hause, und die Krankenschwester, welche in Vertretung die Rezepte ausstellt, darf lange nicht alles verschreiben. So wie meine Schmerzpflaster, die unters Betäubungsmittelgesetz fallen. Und ohne diese Pflaster hilft nur noch Zyankali. Also zurück zur Anmeldung für Arzttermin zwischen den Feiertagen. Erstes freies Terminangebot war dann der 4.1. Wieder geredet und geschimpft wie ein alter Seebär. Null Erfolg. Habe mich aber fast mit Gewalt zum Leiter der Patientenverwaltung durchgekämpft. Und zwar mit Wirkung. Innerhalb von 5 Minuten hatte ich mein Rezept und die Drogen-Zusatzbescheinigung. Zudem hat er mir seine Durchwahl gegeben. Damit ich beim nächsten mal "-grins- sein Personal nicht zusammenschlagen muss -grins".
Bin natürlich nicht handgreiflich geworden, habe mich auf meinem Weg nur nicht aufhalten lassen.
So, und nun zu einer der seltenen, positven Meldungen:
Habe mittlerweile von 6 deutschen Spezialisten Rückantwort, dass bei einer Buerger Syndrom -Operation der Schaden zu 70% höher als der Nutzen ist, und daher wird diese Krankheit in Deutschland nur noch inoperativ behandelt. Und dies ist in Spanien noch nicht möglich, daher ist nun die Krankenkasse verpflichtet, mir eine Überweisung an einen deutschen Spezialisten auszustellen.
7.Fortsetzung 19.01.2008, 19:29h (nachoben)
Folgend der Text eines der Spezialistenbriefe:
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität xxxxxxxxxxxxxx
Prof. Dr. med. Chefarzt Innere Abteilung
Internist - Kardiologe Angiologe -Phlebologe Tel.-Nr. Fax-Nr. -- — e-mail:
Sehr geehrter Herr Popping,
unter Bezugnahme auf Ihre e-mail-lnformationen ist bei Ihnen eine dringliche weitere gefäßmedizinische Untersuchung und Therapie indiziert.
Ohne eingehende klinische Untersuchung ist natürlich eine genaue Diagnose und Behandlung nicht möglich.
Anhand der von Ihnen gelieferten Informationen besteht allerdings der dringende Verdacht auf das Vorliegen einer Thrombangiitis obliterans
(M. Winniwater-Buerger).
Die Therapie der Wahl bei dieser schweren Gefäßerkrankung liegt zum einen in der Nikotinkarenz und zum anderen in der Infusion von Prostanoiden.
Eine Gefäß-Operation oder eine Nervenblockade kommt in der akuten Phase nicht zum Tragen. Die Gefäßeingriffe, sei es operativ oder interventioneil, haben eine extrem schlechte Prognose und führen in aller Regel nur zu einer deutlichen Verschlechterung der
Gefäßsituation mit drohender hoher Amputation.
Auch die Nervenblockade bzw. Ausschaltung des sympathischen Nervensystems führt nur zu einer kurzfristigen Befundbesserung. Nach etwa 6 Wochen sind die Beschwerden wieder da, ohne dass sich eine eingehende Befundbesserung der Wundsituation ergeben hat.
Dafür nimmt man die Risiken einer solchen Nervenblockade nicht in Kauf.
Über die Dauer des Klinikaufenthaltes kann ich Ihnen keine näheren Angaben machen. In aller Regel ist eine Behandlung von 2 - 4 Wochen erforderlich.
Aufgrund der von Ihnen geschilderten Symptome ist zu erwarten, dass die Krankheitsfolgen bei fehlender Behandlung deutlicher in Erscheinung treten und dass es zu einer Progression der Erkrankung kommt.
Aufgrund der nicht genau zu bestimmenden stationären Behandlungsdauer ist es natürlich schwierig, Ihnen einen Kostenvoranschlag zu machen. Im deutschen Krankenhaussystem wird mit gesetzlich versicherten Patienten nach dem DRG-System abgerechnet. Bei einem angenommenen normalen Schweregrad Ihrer Erkrankung liegt der durchschnittliche Erlös bei etwa 4.000,-- Euro. Bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer der stationären Behandlung ist ein Zuschlag erforderlich.
Mit freundlichen Grüßen Ihre
Professor Dr. med. xxxxxxxxxxx
Dr. med. xxxxxxxxxxxx/Oberarzt
Aufgrund speziell dieses Briefes, der von einer Kapazität der Krankheit verfasst wurde, hat mir mein Rechtsanwalt den kurzfristigen Erhalt der E-112 Überweisung versprochen. Wie schon gesagt, ansonsten Schnellrichter mit Urteil innerhalb einer Woche.
8.Fortsetzung 24.01.2008, 18:30h (nachoben)
Mittlerweile zeigten meine Morphium-Pflaster, welche eine Wirkungsdauer von 72 Stunden haben sollen, nur noch eine Schmerzlinderung von max. 24 Stunden. Nach weiterer Rücksprache mit meinem Hausarzt unter zuziehen des Chefarztes hat man mir noch stärkere Medikamente, diesmal Tabletten mit einem noch stärkeren Morphingehalt verschrieben, welche ich alle 12 Stunden einnehmen muss. Dazu Morphintabletten mit geringerem Gehalt für eventuelle Schmerzen zwischendurch. Sollten diese Medikamente in ihrer Wirkung ebenfalls nachlassen, muß ich wohl oder übel zum Fixer werden, denn dann muß ich Morphium spritzen.
Mittlerweile hat es sich fast sicher herausgestellt, dass es sich um das Buerger-Syndrom ( Thrombangiitis obliterans) handelt. Dabei handelt es sich um eine Krankheit mit Arterienverschlüssen, bei welcher es ohne Behandlung unweigerlich so nach und nach zur Amputation der Gliedmaßen kommt. In Spanien soll es auf jeden Fall zur Operation kommen, bei der ein Nerv zwischen 3. und 4. Rippe neben der Wirbelsäule durchtrennt wird. Die operationslose Behandlungsmethode ist hier in Spanien nicht bekannt, sodass mir die Kasse eine Überweisung nach Deutschland genehmigen muss.
Die Behandlung in Deutschland beinhaltet sofortiger Zigarettenentzug und Behandlung mit Tabletten und Infusionen. Wäre alles kein Problem, auch nicht mit dem Nikotinentzug. Das Nikotin ist das geringste Problem, sondern die unbekannten Gift- und Suchtstoffe, die dem Tabak zugeführt werden. Gerade beim Buerger-Syndrom ist der Entzug durch einen dieser Suchtstoffe fast unmöglich. Dieser Stoff beinhaltet die menschliche Psyche derart, das nur rund 15 % der Betroffenen den Entzug bewältigen. Die restlichen 85 % schaffen den Entzug trotz drohender oder auch schon vollzogener Amputationen nicht.
Hier in Spanien gibt es eine von der Krankenkasse genehmigungspflichtige medikamentöse Behandlungsmethode, welche 100% erfolgversprechend ist. Diese Methode ist in Deutschland wegen der gefährlichen Nebenwirkungen verboten. Die Behandlung wird in 14 Tagen stationär unter 24 stündiger Beobachtung ausgeführt. Die 24 stündige Beobachtung, weil: Die Nebenwirkungen können entstehende Depressionen sowie Suizid-(Selbstmord)Gefahr besteht. Dieses Risiko besteht aber nur während der Behandlung. Danach nicht mehr, weil dann ist der Entzug durch.
Da ich nun den im vorherigen Artikel beschriebenen Brief des deutschen Spezialisten in beglaubigter Übersetzung habe und diesen meinem Hausarzt vorgelegt habe, hat dieser direkt bei der Krankenkasse angerufen und den Fall geschildert. Nun brauche ich auch keinen Rechtsanwalt mehr. Die spanische Krankenversicherung übernimmt die Kosten für den medikamentösen Zigarettenentzug hier in Spanien (da in Deutschland verboten) und schickt mich dann zur Weiterbehandlung als Nichtraucher zur Spezialklinik nach Deutschland. Die noch fehlenden Krankheitsunterlagen beschafft mir nun mein Hausarzt. So langsam steigt mein Optimismus wieder an. Wahrscheinlich liegt das auch an den neuen, besser wirkenden Medikamenten.
9.Fortsetzung 13.03.2008, 23:30h (nachoben)
Seit meinem letzten Update in dieser Sache ist nicht viel, und noch viel weniger positives passiert. Der ach so optimistische Rechtsanwalt hat es geschafft, das ich von der Krankenkasse eine wiederholte Ablehnung für die Ausstellung der Überweisung nach Deutschland erhalten habe. Der Rechtsanwalt rief mich darauf hin an, das die Schnellrichter die Klage nicht für sich zuständig halten. Ich müßte vor dem Sozialgericht in Barcelona klagen. (Wartezeit auf Prozesstermin rund 6 Monate)
Ich müßte ihm nur eine Kleinigkeit von 500,00 € als Vorschuß zahlen, und dann ginge es los. Daraufhin konnte ich diesem Halsabschneider nur noch sagen, er solle sich ab sofort wieder aus dem Fall raushalten. Sein Hornorar kann er ja einklagen. Die Gerichtskosten muß hier in Spanien grundsätzlich der Kläger zahlen, also wird er sich das wohl überlegen. Nur Mist machen nix erreichen aber kassieren. Also hat sich dass mit dem Rechtsanwalt auch erledigt. Habe mich über die Preise anderer Anwälte erkundigt. Also 150 € /stunde sind die Regel.
Auf dem medizinischen Sektor hat sich auch noch nicht viel getan, außer dass ich mich mit noch stärkeren Medikamenten vollpumpe. Mein Hausarzt will mir helfen, aber er rennt auch gegen Mauern an. Ich benötige einen Spezialisten, der mir auf einem Krankenkassenvordruck bescheinigt, dass es eine Behandlungsmethode ohne OP gibt, die aber in Spanien nicht durchgeführt wird, er deshalb die Überweisung an eine Fachklinik in Deutschland befürwortet. Parallel habe ich der Krankenkasse angeboten, die Kosten in der Höhe privat zu übernehmen, welche bei Behandlung in Deutschland mehr anfallen würden. Darauf würden sie sich einlassen, wenn ich die Bestätigung des spanischen Facharztes bringen würde.
Die private Zuzahlung kann ja erst abgerechnet werden, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und ich wieder in Spanien bin. Und dann bekommt die Kasse ohne Antrag auf Ratenzahlung lediglich den pfändbaren Anteil meiner Nomina, also monatlich rund 80€ gezahlt, wenn ich nicht sogar auf Klage oder Lohnpfändung ankommen lasse. Durch die geringe Nomina (steuerlicher Grundlohn) habe ich durch diese Verschlamperei hier bis jetzt rund 14.000 € verloren, da die steuerfreien Spesen logischerweise ja nur gezahlt werden, wenn ich arbeite.
Und was ich vorher nicht glauben wollte, scheint Wahrheit zu sein. Ich habe es geschafft, seit 3 Wochen rauche ich nicht mehr, seit 4 Tagen verspüre ich eine ganz ganz geringfügige Besserung meiner Symptome. Seit 2 Tagen nehme ich als Test eine Schmerztablette weniger ohne bislang negative Erfahrung zu machen. Werde mich morgen darüber mal wieder mit meinem Hausarzt unterhalten. Es könnte ein Lichtschein am Horizont sein, zumal mir fast alle Ärzte gesagt haben, dass bei dieser Krankheit Rauchentzug das beste Medikament ist.
ABER !!!!!!
Nicht mehr rauchen, seit 6 Monaten ohne eine Tropfen Alkohol und trotzdem krank; kann einen das nicht wirklich depressiv machen ?
Also bis zum nächsten Update hier.
10.Fortsetzung 29.03.2008, 22:00h (nachoben)
Einer meiner besten Arbeitskollegen hat vor einer Woche in meiner Firma vorgesprochen. Dieser Kollege spricht fließend Spanisch ,Catalan und deutsch. Vorab hatte dieser Kollege mit unserer Personalbeauftragten für Kranken- und Unfallversicherungsfragen über meinen Fall gesprochen. Diese machte dann das Angebot, dass sie sich mit unserer Berufsgenossenschaft in Verbindung setzen wolle, um einen neuerlichen Versuch zu starten, mir zu helfen. Ich sollte nur alle Unterlagen, die ich von meinem Krankheitsverlauf zu Hause habe, mitgeben, damit sie sich ein Bild machen, und die Unterlagen gegebenenfalls direkt an die Berufsgenossenschaft weiterleiten kann. Nach Erhalt dieser Unterlagen und einem Blick auf obige Fotos wurde besagte Mitarbeiterin doch ein wenig blass um die Nase. Zudem mischte sich daraufhin auch gleich der Ex-Mann unserer Chefin ein, der im gleichen Büro sitzt, und versprach, am gleichen Nachmittag direkt zur Seguridad Social in Figueres zu fahren, um zu sehen, ob er dort etwas erreichen kann. Aber leider ist auch so eine angesehene Firma wie die unsrige Machtlos gegen so einen Verwaltungsgiganten wie die gesetzliche Krankenversicherung. Nur die nette Kollegin hat einen Vortschritt erreicht. Nachdem sie die Unterlagen direkt an die Berufsgenossenschaft (Mutua) geschickt hatte, bekam sie Antwort von einer fachlich sehr kompetenten Ärztin und einem Professor, der in meinem Krankheitsfeld weltweit Vorlesungen abhält. Diese beiden sind sehr interessiert an meinem Fall. Nun habe ich einen Termin bei den beiden am 01.04.08, zu dem ich mit all meinen Krankenunterlagen erscheinen muß. Darauf hin telefonierte ich mit meinen behandelnden Kliniken und bat um das bereitstellen sämtlicher schriftlich vorhandener Unterlagen sowie meiner Röntgenbilder, also meine komplette Krankenakte. Diesmal sagte man es mir, oh Wunder, zu, wenn ich die Kopien der Röntgenbilder bezahlen würde. Alles in allem rund 100 €. Aber dafür habe ich jetzt meine gesamte Krankengeschichte zu Hause. Sogar den Röntgenfilm, den man bei Zugabe eines Kontrastmittels von beiden Beinen und Füßen aufgenommen hat. Wenn ich diesen nicht mehr brauche, das heißt, wenn ich ihn nach allem wieder zurück habe, werde ich versuchen, ihn ins Netz zu stellen. Ich hoffe, dass es klappt, denn so etwas Interessantes bekommt ihr garantiert nicht alle Tage zu sehen.
Wenn also dieser Professor die Unterlagen gesichtet hat, und noch einige eigene Untersuchung durchgeführt hat, bin ich guter Hoffnung, dass er mir den Antrag auf Überweisung nach Deutschland E-112 als Antragsteller ausfüllt. Das muß nämlich ein Facharzt machen. Der Hausarzt reicht nicht. Und dieser Professor hat, obwohl bei der Mutua tätig, großen Einfluß auf die Seguridad Social. Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Mitte nächster Woche gibt es hier einen Kurzartikel darüber, was mein Besuch beim Professor gebracht hat.
Es gibt ja immer wieder EX-Fahrer von uns, die auf Calsina Carre geschimpft haben, aber bis jetzt habe ich immer wieder widersprochen. Doch ab jetzt darf mir keiner mehr etwas über meine Firma sagen. Ein sehr kleinlicher Kollege von mir hat mir dann noch berichtet, das meine Privatsachen aus dem LKW fein säuberlich ausgeräumt wurden und in Wickelfolie auf Palette ganz hoch im Lagerregal verpackt wurde, damit niemand Zugriff darauf hat. Ist das alles ein feine Zug oder nicht. Also bis zum nächsten Bericht und Tschüss bis dahin.
11.Fortsetzung 02.04.2008, 16:00h (nachoben)
So, gestern war ein nach langer Zeit mal wieder erfolgreicher Tag. Innerhalb von 3 Stunden habe ich mehr erreicht, wie die über 6 Krankenscheinmonate vorher. Wie oben schon erwähnt, besteht ein guter Kontakt meiner Firma zu einer Ärztin bei der Berufsgenossenschaft in Figueres. Wie ich dann gestern erfahren habe, ist besagte Ärztin auch die Leiterin der Berufsgenossenschaft in Figueres. Nach einem ausführlichen Gespräch widmete sich die Ärztin der Sichtung meiner Unterlagen, welche ich aus der Uniklinik Trueta in Girona mitgebracht habe. Nachdem Sie abschließend die schriftlichen Unterlagen mindestens 4 mal von vorne nach hinten und von hinten nach vorne durchgeblättert hatte, fragte sie mich, ob ich noch weitere Unterlagen besitzen würde. Nachdem ich dieses verneinen mußte, schüttelte sie den Kopf und fragte mich dann, ob in der Klinik eine Diopsie, dass heißt, die Entnahme einer Gewebeprobe, durchgeführt worden ist. Nachdem ich wiederrum verneinen mußte, sagte die Ärztin ihre Meinung über das Hospital Trueta (welche ich aus Sicherheitsgründen hier nicht wiedergeben kann), und das eine Biopsie und die Untersuchung der Gewebeprobe dass erste wäre, was bei einem Verdacht auf die Diagnose meiner Krankheit durchgeführt werden muß. Es kann nun durchaus möglich sein, das nach der Untersuchung der Gewebeprobe eine komplett andere Diagnose gestellt werden muß. Zudem sprechen sämtliche Vorliegenden Krankheitsunterlagen lediglich vom VERDACHT auf das Buerger-Syndrom, also nach fast 7 Monaten noch nicht einmal eine 100% sichere Diagnose. Traurig, Traurig. Und bei der Gewerbeaufsicht habe ich eine zuvorkommende Behandlung erfahren, wie ein erster Klasse privat versicherter Patient.
Nun gut, weiter zum Thema: Jetzt fehlte noch die Diopsie, welche in deren 5 Gehminuten entfernter Klinik durchgeführt werden sollte, und eine Blutentnahme zwecks einer speziellen Analyse, zu der ich am nächsten morgen um 9 h erscheinen sollte. Aber als ich dann fragte, ob man die Blutentnahme nicht direkt machen könne, da ich extra von Lloret kommen müsse, sagte die Ärztin sofort zu, und meinte: Dann kann in der Zeit auch der Chirurg aus der Klinik hierher kommen und die Diopsie hier durchführen. So gesagt, so geschehen. Und nun kommt bald der Professor in´s Spiel, der sich zum Glück momentan in Barcelona aufhält und nicht auf weltweiter Dozentenreise unterwegs ist. Sobald die neue Diagnose vorliegt, bekomme ich umgehend einen Termin bei ihm, bei welchem er entscheidet, ob er die Krankheit behandelt, ansonsten würde er mich nach Deutschland (wo die Medizin in diesem Bereich weitaus weiter ist, wie in Spanien) überweisen. Und wenn er mich überweist, ganz gleich ob nach Deutschland nach Moskau oder nach Peking, dann werde ich fahren, und zwar mit sofortiger Zusage der Sozialversicherung. Zudem ist noch eine Sache Fakt: Die von den Sozialversicherungsärzten geplante Operation ist das verkehrteste, was man machen kann. Operiert wird definitiv nicht.
Sollte sich jemand wundern, dass ich hier von einer Klinik der Gewerbeaufsicht spreche: In Spanien ist das Gesundheitssystem etwas anders als in Deutschland: Die Sozialversicherung hat ihre eigenen Ärzte und Kliniken, genauso wie die Gewerbeaufsicht. Und normalerweise kann ich die Einrichtungen der Gewerbeaufsicht nur in Anspruch nehmen, wenn ich eine durch Arbeitsunfall bedingte Erkrankung habe, und bei normaler Erkrankung halt nur die Einrichtungen der Sozialversicherung. In meinem Fall habe ich einfach nur Glück, dass meine Firma einen guten Kontakt zu oben genannte Ärztin hat, sowie dass sie und der Professor (welcher ihr Bruder ist) privat sowie medizintechnisch großes Interesse an meinem Fall haben und sich deshalb intensiv der Angelegenheit annehmen. Und dass ohne Gegenleistung meinerseits. Ich denke aber, dass der Professor im Falle einer Behandlung in Deutschland Interesse an den Behandlungsunterlagen haben wird und diese haben möchte. Dann hat er immerhin einen Fall mehr, über dem er refferieren kann. Schaun wir mal, was daraus wird.
Außerdem fühle ich nach 42 rauchfreien Tagen ganz ganz langsam ein nachlassen der Beschwerden. Also besteht zumindest ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen und meiner Krankheit.
12.Fortsetzung 11.04.2008, 19:20h (nachoben)
Also was heute morgen hier wieder abgegangen ist, ist die Krönung. Ich habe eine Lohnausfallversicherung, die schön jeden Monat zahlen müssen. Dass die jetzt ab und an einen Arzt zur Kontrolle schicken, ist ja normal. Aaaaaber, letzten Samstag nachmittag war eine Ärztin der Versicherung hier, um alles zu kontrollieren. Ist ja auch in Ordnung, habe nichts zu verbergen und man sieht dass ich krank bin.
Heute morgen bin ich etwas eher aufgestanden, da ich um 10:30 h bei der BGS in Figueres sein mußte, zwecks einer Elektromyographie. Wollte ja schließlich noch in Ruhe frühstücken vorher. Um 08:45 klingelts an der Haustür und wer erscheint ? Ein Arzt von besagter Versicherung, welcher von einer anderen Sachbearbeiterin geschickt wurde. Und die Ärzte kommen jeweils von Barcelona. Bei der Versicherung weiß auch die eine Hand nicht, was die andere macht. Die werden wohl langsam nervös. Bislang insgesamt gerade mal 500 Euronen eingezahlt und bis jetzt ohne Sicht auf Ende rund 4.400 € kassiert. Ob die mich wohl am Ende kündigen ?????? (grins)
Aber zurück zum Thema. Um 11:00 h beim Hauptbüro der Berufsgenossenschaft den Behandlungsschein abgeholt und dann zum Hospital Figueres zu dieser Elektromyographie. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung der elektrischen Leitfähigkeit von bestimmten Nerven. Ist zwar nicht schmerzhaft, aber zeitweise doch eine recht unangenehme Angelegenheit. Bei manchen Schocks habe ich gedacht, die jagen mir normalen 220V Haushaltsstrom durch die Nerven. Aber dafür ist das Endergebnis positiv. Alle Nerven in Armen,Beinen,Händen und Füßen sind bis in die Spitzen in Ordnung. Die Geschwindigkeit der Leitfähigkeit ebenso wie die zu erwartenden Reaktionen der Gliedmaßen. Um 14:00 h wieder zuhause, und morgen gehts nach Barcelona. Mist, wieder so früh aufstehen, weil, 11:00 dort sein, mitten in der Nacht.
Also nach dem Tag heute habe ich endgültig die Faxen dicke. Die Ärzte der Seguridad social sind wirklich der allerletzte Dreck. Erst war mein Termin 13:00 h, dann hat die Klinik gestern angerufen und den Termin auf 11:00 h vorverlegt. Und da ich mich nicht sagen lasse, ich würde nicht mitarbeiten, habe ich zugesagt und dafür in Kauf genommen, heute morgen mitten in der Nacht um 07:00 h aufzustehen. Man will ja schließlich in Ruhe vorher frühstücken. War also pünktlich 10:55 h in der Klinik in Barcelona. Als ich dann um 12:00 h immer noch im Wartezimmer saß, ist mir der Kragen geplatzt. Nachdem ein Patient beim Doktor raus kam, habe ich gar nicht erst gewartet, sondern hinein und mal mit bitterbösem Blick fragen, warum der Termin vorverlegt wird und ich dann warten muß. Na ja, Schuld war die Krankenschwester im Sekretariat, die den neuen Termin nicht zum Arzt weitergeleitet hat. Die hat sich erst mal einen Anpfiff eingefangen aber ich war im Ärztezimmer.
So, das war aber nur eine Kleinigkeit zum warmschreiben. Der Hammer kommt jetzt. Als erstes ein wohlgemeinter Tipp. Seid ihr in Spanien in den Klauen der Seguridad Social und hört das Wort: "OPERATION"; nehmt eure Füße in die Hand und lauft so schnell und weit, wie sie euch tragen.
Zum ersten, der "Spezialist", den ich hier anzutreffen gehofft habe, praktiziert nicht mehr in dieser Klinik, sondern in Blanes. Deshalb fahre ich ja auch 100 KM nach Barna, statt 10 nach Blanes. Also mußte ich mit diesem Arzt vorlieb nehmen. Nach der Frage, ob er auch ein Spezialist in meinem Krankheitsbereich sei, die er mit ja beantwortete, haben ich ihm direkt den Antrag auf Überweisung per E-112 zum ausfüllen und unterschreiben vorgelegt. Das könne er nicht unterschreiben, das muß der andere Spezialist in Blanes machen. Dann habe ich ihm noch das Schreiben betreffend der hier geplanten OP (darüber habe ich weiter oben schon berichtet) vorgelegt, in dem ein wirklicher deutscher Spezialist bestätigt, dass die Operation die Krankheit kurzfristig bessert und danach bis zur Amputation verschlimmert. Da hat mir doch dieser komische Doktor klipp und klar (leider nur unter 4 Augen) zugegeben, dass diese Operation (zertrennen eines symphatischen Nervenstranges) nur gemacht wird, um die Symptome bis zur Weiterbehandlung, z.B. das legen eines Bypasses, zu lindern. Nur, bei einer Erkrankung, bei der die Durchblutungsstörungen aufgrund von Venen und Arterienentzündung auftreten, muß man ja wohl die Entzündung bekämpfen und keinen Bypass legen. Und schon mal garnicht durch unnötige Operationen den Patienten zum Krüppel schneiden. Und das wäre unweigerlich passiert. ca. 6 Wochen nach dieser OP verschlimmert sich die Krankheit wieder, und zwar rapide. Und bei normalen Wartezeiten auf eine weitere OP von mindestens 3 Monaten kann man ja ausrechnen, wieviel Finger und Zehen bis dahin amputiert wären. Dann hat der Arzt auch noch zugegeben, dass die spanische Medizin bei meiner Erkrankung noch voll und ganz in den Kinderschuhen steckt, also auf deutsch: keine Ahnung davon hat, während die Behandlungsmethoden in Deutschland bei Mitarbeit des Patienten (vollkommen das Rauchen einstellen) bei 95 % der Patienten zur vollkommenen Gesundung ohne Operation führen. Die restlichen 5 % behalten leichte Schmerzsymptome, aber es kommt zu keinerlei Amputation. Jetzt hoffe ich noch auf die Berufsgenossenschaft und deren super Ärztin und den bekannten Professor, welchen ich in Kürze konsultieren werde. Hoffentlich bin ich bald in der deutschen Fachklinik. Meinen Teil mit dem Rauchen habe ich erfüllt. 48 Tage rauchfrei bis jetzt und es klappt wunderbar. Zudem sich auch schon leichte Besserung bei den Krankheitssymptomen einstellt.
So, das war´s. Bis zum nächsten Bericht.
13.Fortsetzung 11.05.2008, 18450h (nachoben)
32 rauchfreie Tage später. Habe mittlerweile insgesamt 80 Tage ohne Zigaretten durchgehalten. Ein genaues Ergebnis der Biopsie habe ich bis heute noch nicht. Da ja logischerweise die Gewebeprobe aus dem kaputten Finger genommen wurde, dauert es sehr viel länger, bis aus dem Gewebematerial Kulturen gezüchtet werden können. Dies resultiert daraus, dass das Gewebe entzündete Venen enthält. Die lange Verheilung habe ich schon bei den kleinen Biopsie-Wunden bemerkt.
Im Artikel hierüber hatte ich erwähnt, daß es bei 95 % der Patienten zur vollkommenen Genesung führt, aber dies ist vollkommen falsch. Sollte es sich bei der Erkrankung wirklich um das Buerger-Syndrom handeln, (stellt sich mit dem Resultat der Biopsie heraus) ist sie bislang nicht heilbar sondern kann lediglich zum Stillstand gebracht werden. Eine abschließende Berufsunfähigkeit ist sehr wahrscheinlich, eine Erwerbsunfähigkeit durchaus möglich.
Mittlerweile habe ich auch die Tabletten abgesetzt mit deren Hilfe ich das rauchen aufgegeben habe. Der Grund waren die zahlreichen und bei mir sehr stark auftretenden Nebenwirkungen wie z.B. starke Schmerzen im ganzen Köper, Gelenkbeschwerden, Muskelbeschwerden usw.
Und obwohl ich die Tabletten durch "ausschleichen" abgesetzt habe, treten jetzt Entzugserscheinungen von den Pillen auf, welche sich in Übelkeit mit Brechreiz äußern. Aber trotz Brechreiz kann man sich nicht übergeben, habe es einmal sogar mit Finger im Hals versucht, selbst das ging nicht. Mein Doc meint, dass es innerhalb einer Woche vorbei wäre, also noch ein paar Tage. Eine ganz leichte Besserung bei den Schmerzsymtomen ist auch schon zu verzeichnen, so dass ich mir sicher bin, dass der Auslöser die Nichtraucherpillen sind. Mein Körpergewicht befindet sich immer noch 10 KG unter normal. Das nächtliche Durchschlafen klappt zum Glück auch wieder besser. Nur nach der Einnahme meiner morgentlichen Medikamente immer so zwischen 05:00h und 06:30h ist das Bett innerhalb einer Stunde komplett nass geschwitzt. Ekelhaft und ungesund.
Also, sobald ich die abschließenden Berichte der Berufsgenossenschaft in Figueres habe (soll nächste Woche soweit sein) werde ich den Professor in Barcelona besuchen und direkt danach das Ergebnis hier bekannt geben.
Bis bald. Hoffentlich !!!!!
14.Fortsetzung 16.08.2008, 12:30h (nachoben)
Nach 3 Monaten ist es mal wieder so weit, dass ich auch hier wieder ein Update hochladen kann. Bislang habe ich mich soweit es es ging, nur mit meinem Buch beschäftigt. Was mich besonders stolz macht sind meine nun fast 170 rauchfreien Tage, welche mir nun endlich und scheinbar eine langsame und geringfügige Besserung beschert haben. Zudem ist nun auch endlich das Ergebnis meiner Biopsie eingetroffen, welches mir bescheinigt, das ich wohl doch nicht an dem Buerger-Syndrom leide, was ich aber nicht so recht glauben kann, obwohl mich diese Diagnose im ersten Moment wohl sehr stark aufgebaut hat. Im ersten Moment hat mich dieses Ergebnis doch sehr aufgebaut, aber dieses positive Gefühl hielt gerade mal bis zum nächsten Besuch beim Hausarzt an. Logischerweise habe ich diesen gefragt, um welche Krankheit es sich denn sonst handeln kann, worauf ich dann lediglich ein Schulterzucken erntete, mit der Aussage dass man nun mit anderen Ärzten, dass heißt zuerst mit einem Internisten, und wenn der nichts herausfindet mit einem Rheumatologen die gesamten Untersuchungen spezialisiert wiederholen muss. Also habe ich bis jetzt hunderte Untersuchungen ohne ein behandelbares Ergebnis und das ganze innerhalb von 12 Monaten. Sehr deprimierend !!! Und dieses deprimierende bekam ich kurz darauf zu spüren.
Zuvor sei gesagt und zwar mit einer vorherigen Entschuldigung an die Damenwelt, für mich waren Depressionen eine Krankheit für Frauen und Weicheier. Weit weit gefehlt, deshalb revidiere ich meine Meinung mit nochmaliger Entschuldigung:
Eines schönen Abends liege ich im Bett, lese wie immer ein paar Zeilen bis ich kurz vorm zufallen der Äuglein bin, Licht aus und schlafen. Aber was passiert ? Wenige Minuten nach dem Einschlafen schrecke ich hoch und zwar mit extremen Atemschwierigkeiten. Mit geöffneten Augen ließen diese Probleme nach, so das ich einfach wieder versuchte, einzuschlafen. Aber kurz nach dem Schließen der Augen kamen die Atemprobleme zurück, so das mir in dieser Nacht nichts anderes übrig geblieben ist, so lange mit offenen Augen liegenzubleiben (ca. 03:00 h ) bis ich vor Müdigkeit unbemerkt weggeschlummert bin. Da es Wochenende war, ich also meinen Arzt nicht erreichen konnte, habe ich mit einer Bekannten gesprochen, welche meines Wissens auch schon einmal an diesem Problem gelitten. Diese Bekannte sagte mir dann, dass ihr Arzt dagegen Beruhigungsmittel verschrieben hat. Also versuchte ich es an diesem Wochenende erst einmal mit Beruhigungstee und Baldrian, was auch in gewissem Umfang geholfen hat.
Aber Montag bin ich dann direkt zu meinem Hausarzt und habe ihm das Problem geschildert. Nach kurzer Untersuchung sagte er mir, das eine kein körperliches sonder ein psychisches Problem sei. Trotzdem werde er mir eine Überweisung zum Hals-Nasen-Ohren Arzt ausstellen. Und gegen das Problem selber werde er mir ein Beruhigungsmittel verschreiben, nämlich Lorazepam 1mg. Als ich ihm sagte, das er mir das Mittel seit rund 10 Monaten als Schlafhilfe verschreibe, erhöhte er die Dosis halt auf 2mg.
Und wie es der Teufel, oder in diesem Falle der liebe Gott so will, habe ich in einem Medizinforum auch über meine Medikation gesprochen, ach ja, es handelte sich um meine Frage: Depressionen, Panikattacken oder was ? Und auf die Aussage, dass ich diese Lorazepam seit 10 Monaten nehme und die Dosis jetzt auf 2mg erhöht wurde, mußte ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich ein bischen verrückt wäre, oder mein Hausarzt. Lorazepam gehört zu den Benzodiazepinen und ist jenes, bei dem die Suchtgefaht am allerstärksten ist. Zudem löse dieses Medikament eben aufgrund der Sucht Depressionen und Panik aus, weil der Körper, wie bei mir geschehen, nach langer Einnahmezeit eine höhere Dosis verlangt und das so versucht, zu erreichen. Jetzt wurde ich nun doch ein wenig ängstlich. Von den Zigaretten im Prinzip weggekommen, das heißt, kaum noch Schmachtattacken, und nun die nächste Sucht ? Dass kann doch wohl nicht möglich sein. Die nächsten 3 Tage habe ich also soviel gelesen, das ich mich fast als Facharzt bezeichnen könnte. Auf jeden Fall war von vielen differenten Stellen die einhellige Meinung vorhanden, dass ich umgehend die Lorazepam absetzen und durch Diazepam ausschleichen sollte. Also 1mg Lorazepam gleich 10 mg Diazepam. Ersatzlos umstellen. In der 2. Woche 9mg/Tag Diazepam, in der 3. Woche 8mg/Tag und so weiter bis auf null. Sollte der Entzug unangenehm werden, kann man die Dosis auch 2 Wochen beibehalten. Ein zu schnelles absetzen erhöht die Rückfallgefahr.
Bei meinem vorgezogenem Arzttermin, welchen ich für die Diazepam-Rezepte benötigte, versuchte sich der Doc mit fadenscheinigen Ausreden herauszureden, hat mir aber trotzdem ohne Murren die Gesamtmenge Diazepam für 10 Wochen ausschleichen verschrieben. Also war er sicherlich über die Suchtgefahr der Lorazepam informiert.
ALSO NOCH EINMAL ALS WARNUNG FÜR ALLE: LORAZEPAM IST EIN MEDIKAMENT, WELCHES LEDIGLICH FÜR DEN NOTFALLGEBRAUCH GEEIGNET IST UND AUF GAR KEINEN FALL ÜBER LÄNGERE ZEIT EINGENOMMEN WERDEN DARF. ES GIBT GENÜGEND PFLANZLICHE BERUHIGUNGSMITTEL, WELCHE DIE GLEICHE WIRKUNG HABEN ABER NICHT SÜCHTIG MACHEN: BERATUNG BEI ARZT ODER APOTHEKER IST ABER TROTZDEM UNUMGÄNGLICH.
Auf jeden Fall habe ich schon am Wochenende die übliche Umstellung von 1mg Lorazepam auf 10mg Diazepam vorgenommen mit positiven Ergebnissen. Die Depri- und Panikartigen Gefühler haben fast komplett nachgelassen. Zur Zeit habe ich zwischendurch nur ein etwas stärkeres Schmachtgefühl nach Zigaretten, obwohl ich dachte, schon darüber hinweg zu sein. Aber das kommt garantiert von dem Medi-entzug (schei...... Arzt). Na ja, aber es gibt noch einen positiven Act zu berichten. Wie schon berichtet, habe ich schon seit geraumer Zeit an dauerhafter Übelkeit gelitten, was mein Doc auf die Schmerzmittel zurückgeführt hat. Scheinbar aber auch nicht wahr. Seit absetzen dieser Lorazepan bin ich wohl auch bald so weit, das Mittel gegen die Übelkeit ebenfalls absetzen zu können.
Wenn auch viele Leute immer noch behaupten, dass die spanischen Ärzte sehr gut wären, ich kann dieses einfach nicht behaupten. Wer meinen ganzen Bericht gelesen hat, wird mich sicherlich verstehen. Zu sehr starken Medikamenten und speziell deren Absetz (Ausschleich) verhalten haben die Ärzte scheinbar wenig Bezug.
Nun ja, ich denke, dass sich diese Ängste erst dann wieder komplett geben werden, wenn ich eine genaue Diagnose habe, oder aber auf dem Wege der Besserung bin.
Nur bin ich davon noch weit entfernt, denn die Gelenke machen immer neue Probleme, mittlerweile habe ich mich so halbwegs an die „normalen“ ständigen Gelenkschmerzen gewöhnt, da kommen in der rechten Schulter neue starke Bewegungsschmerzen in Verbindung mit einer Hühnerei-dicken Schwellung hinzu.. Also nach zwei Tagen wieder ab zum Hausarzt, der aber mit seinen bescheidenen Mitteln nichts machen kann, außer mir eine Überweisung zur Untersuchung in der Klinik zu schreiben. Dort durfte ich dann wieder einen halben Tag im Engelchen-Nachthemd verbringen; Blut abnehmen zur Analyse, Proben aus der Schwellung ziehen, Konsistenz und Aussehen wie reines Fett und Röntgenaufnahmen der betroffenen Schulter. Bei allen Analysen und den Aufnahmen ergab sich keinerlei Resultat, daher wurden von den Proben aus der Schwellung Kulturen angelegt, um später eventuell mehr ersehen zu können. Der Nachsorgetermin hierzu wurde auf einen Zeitraum von 14 Tagen ab Untersuchung festgelegt. Weitere Termine für intensivere Untersuchungen beim Internisten zwecks eventueller Bestimmung der Gelenkschmerzen konnte ich nicht vor dem September bekommen. Dass ist wiederum das typische Problem von sozial versicherten Patienten hier genauso wie woanders.
Aufgrund von länger bestehenden leichten Schluckbeschwerden sowie Halsschmerzen beim Gähnen hatte ich heute, am 4.Juli.2008 einen Untersuchungstermin bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser stellte dann ein Problem mit dem Kiefergelenk auf der linken Seite fest. Dieses könne unter Umständen von einer schlecht sitzenden Zahnprothese stammen, welche auch, so unwahrscheinlich wie auch möglich, die Gelenkschmerzen im gesamten Körper hätte auslösen können. Aber das wäre dann ja wohl schlechthin die Krönung. Ein Totalschaden nur aufgrund eines falsch konstruierten bzw. falsch eingesetzten Bauteils. Ich denke, dass mir da mein Zahnarzt wohl Sicherheit geben kann.
Nun nach meinem Zahnarztbesuch habe ich die trügerische Sicherheit, dass das Problem nicht von der Zahnprothese herrühren kann, da diese vernünftig sitzt.
15.Fortsetzung 07.12.2008, 12:30h (nachoben)
Hierauf habe ich bei meinem nächsten Hausarzttermin die gesamte Diagnostik noch einmal auf das gründlichste hinterfragt, da auf meinen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch immer noch Buerger-Syndrom als Diagnose steht. Daraufhin unterbreitete mir mein Hausarzt, dass es sich tatsächlich immer noch um diese Raucherkrankheit handeln kann, denn eine ganz kleine und kaum spürbare Besserung der Symptome ist zwischendurch ja tatsächlich vorhanden.
Trotzdem haben mir meine Ärzte feste Zusicherungen gegeben:
Meine Krankheitszustände kommen zu 100 % vom langjährigen Zigarettenkonsum und die Berufs- bzw. sogar Erwerbsunfähigkeit ist bei mir eine sichere Sache. Das heißt bei mir, Rente mit 46 Jahren, und wie viel Rente man da bekommt, dürfte jedem wohl klar sein; ein HartzIV Empfänger bekommt mehr. Das ist dann die Belohnung dafür, dass man über 30 Jahre fleißig seine Tabaksteuer entrichtet hat und nun die Probleme ausbaden muss. Nun gut, man kann die Schuld sicherlich nicht von sich selber komplett auf andere abwälzen, aber die Tabakindustrie trägt auch einen Teil Mitschuld, da lange Zeit das Rauchen durch die Werbung verherrlicht wurde. Es war schon bald eine Pflicht zum Glimmstängel zu greifen. Und wenn man dann von den Raucherkrankheiten hörte, hat man das ganz weit von sich weg geschoben; es trifft ja doch nur die Anderen und niemals mich. Bis es dann doch so weit ist, man ist erkrankt und merkt erst dann, wie viel dieser Tabakkonsum doch zerstören kann. Aber dann ist es zu spät, dann ist das Kind sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen.
Heute, am 13. Oktober 2008 kann ich wieder so allerlei Neues berichten, was sich so in der letzten Zeit getan hat:
Die Hühnereidicke Schwellung der rechten Schulter ist zwar fast vollständig zurückgegangen, die Schmerzen allerdings in keinerlei Hinsicht. Die Behandlung erfolgt mit einer entzündungshemmenden Salbe sowie entzündungshemmenden Tabletten. Die nächste Untersuchung betreffend meine Gelenke erfolgt nach langen Monaten der Schmerzen am 21. dieses Monats wieder bei dem entsprechenden Facharzt. Mittlerweile ist in der Gesamtheit des Krankheitsverlaufes nicht mehr von einer Verbesserung, sondern eher von einer Verschlechterung der Symptomatik zu sprechen. Mittlerweile ist es mir aufgrund eines schleichenden Kräfteverlustes gepaart mit den kontinuierlichen Schmerzen schon nicht mehr möglich, Konserven oder PET-Flaschen zu öffnen. Also zur Zeit wäre ich ohne die Hilfe meiner Frau restlos aufgeschmissen. Zusätzlich muss ich meine Frau auch bedauern, denn vorausschauend auf die kommende Minimalrente haben wir uns schon einmal eine preiswertere Wohnung gesucht und wie anstrengend ein Umzug ist kann wohl ein jeder bestätigen. Da ich mit meinen Gelenkschmerzen kaum packen, heben und tragen kann, haben wir uns für einen günstigen Preis einen halbwegs geräumigen Lieferwagen mit 4 Möbelpackern bestellt. Und für eine Fahrt mit allen großen und schweren Sachen von Wohnung zu Wohnung für 220 € ist sicherlich nicht überteuert. Das ist noch einer der Vorteile hier in Spanien, dass Dienstleistungen noch recht günstig sind.
Trotz meiner Probleme und Schmerzen habe ich doch immer wieder angepackt, weil ich meine Frau nicht ganz allein vor der ganzen Räumerei stehen lassen wollte. Sie ist schließlich auch nicht die kräftigste und hat obendrein Probleme mit der Wirbelsäule. Die Quittung habe ich schließlich durch verstärkte Schmerzen und Bewegungsprobleme bekommen.
In das Gefühl kann sich niemand hereinversetzen, der es noch nicht selber erlebt hat: Irgendetwas machen wollen, aber nicht zu können. Man ist der Verzweiflung verdammt nah. Und wenn man dann noch seine Sachen von vormals 80m² auf nun 60m² unterbringen muss, das grenzt schon an Kunst. Aber nach so vielen Umzügen in seinem Leben hat man ja schon recht viel Erfahrung damit.
So, der 21. Oktober ist erreicht, heute muss ich beim Facharzt vorstellig werden. Nachdem ich eine Stunde nach dem festgelegten Termin dann endlich in die Räume des Doktors eintreten durfte, musste ich feststellen, das nicht der Spezialist anwesend war, sondern lediglich eine blutjunge Ärztin zu der ich in keinerlei Hinsicht Vertrauen haben konnte, denn sie kann ja nur mit dem Bruchteil der Erfahrung aufwarten, die ein Arzt mittleren Alters hat.
Nach Sichtung der Resultate der elektromagnetischen Durchleuchtung von Girona erfolgte nun die Diagnose: Arthritis aller Gelenke, das heißt: Entzündung sämtlicher Gelenke mit starkem Bewegungsschmerz.
Und da man ja als medizinischer Frischling alles weiß und alles besser kann, wie die erfahrenen Ärzte, wurde erst einmal die Medikation umgestellt. Die vorher verschriebenen Medikamente haben es zwar nicht geschafft die Schmerzen ganz zu unterdrücken, jedoch wurden sie gelindert, vor allem wenn man wusste, wie man sich zu bewegen hatte. Also habe ich mir erst mal wieder einen Termin mit meinem Hausarzt geben lassen, um die Medikamente wieder umstellen zu lassen. Diesmal stellte sich wieder das Sprichwort: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ als wahr heraus, denn diesmal stellte sich mein Hausarzt auf die Seite der Ärztin indem er mir sagte das die Medikamente stärker wären, als die vorher verschriebenen. Auf mein Argument hin das die Wirkung aber schlechter sei, meinte er dann nur, ich solle die Pillen noch weitere 2-3 Tagen probieren und wenn es dann immer noch nicht besser ist, die Medikationsumstellung wieder rückgängig zu machen.
So habe ich die Pillen also bis drei Tage nach dem zur Ruhe kommen nach dem Umzug genommen habe und sich immer noch keine Besserung einstellte, habe ich alles wieder Rückgängig gemacht. Jetzt werde ich versuchen, die morphinhaltigen Schmerzmittel abzusetzen und in Zusammenarbeit mit meinem Hausarzt gegen gleich wirksame, aber andere Mittel mit leichteren Nebenwirkungen auszutauschen. Nun endlich habe ich herausgefunden, dass die Atemschwierigkeiten keine Pseudo-Schwierigkeiten sind, sondern durch die dauerhafte Einnahme der Medikamente mit Morphiumsulfat verursacht werden. Laut Aussage mehrerer Ärzte beeinflusst Morphium die Atmungsorgane. Ich habe meinem Hausarzt schon avisiert, dass wir bei unserem nächsten Termin am 21.11.08 die Medikation komplett umstellen werden. Das einzige, was ich an Medikamenten sicherlich beibehalten werde, sind die Venen- und Arterienerweiternden Mittel. Deren Wirksamkeit bemerke ich an dem am stärksten betroffenen Finger, der nach monatelanger Einnahme ein etwas normaleres Gefühl bekommt. Bei den Schmerzmedikamenten werde ich dem Arzt die 3-Tage-Pflaster vorschlagen, die ich schon einmal vor diesen starken Morphium-Dröhnungen benutzt habe, es sei denn, der Medikus hat etwas Besseres vorzuschlagen. Die beste Erfahrung habe ich persönlich mit entzündungshemmenden Mitteln wie zum Beispiel Ibuprofenos, bei denen die Schmerzlinderung im Vordergrund steht und die Entzündungshemmung eine positive Nebenwirkung ist. Am allerbesten werde ich wohl mit leichten bis mittelschweren Schmerzmitteln in Verbindung mit starken Entzündungshemmern zurechtkommen.
Trara-Trara die Post ist da. Und diesmal ist sogar ein Einschreiben von der Sozialversicherung dabei. Und was soll ich sagen, der Rentenbescheid ist gekommen. Nachdem ich diesen mindestens eine halbe Stunde studiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich tatsächlich um die erwartete, dauerhafte Erwerbsunfähigkeit handelt. Also, nix wie eingepackt den Rentenbescheid und ab zu meinem Versicherungsmakler, bei dem ich meine Lebensversicherung inklusive der Versicherung für Vollinvalidität abgeschlossen habe. Sehr schnell erfolgte die Ernüchterung und die erneute Erfahrung, dass mein Spanisch doch noch stark verbesserungsdürftig ist. Es besteht zwar Vollinvalidität, aber nur für den bestehenden Beruf, also wie im Rahmen der deutschen Berufsunfähigkeit.
Um Sicherheit zu erlangen, bin ich direkt von meinem Versicherungsmakler zur Sozialversicherung nach Blanes gefahren, um mich dort noch einmal genauer zu erkundigen. Doch der Sachbearbeiter erklärte mir nach Sichtung der Unterlagen, dass es sich tatsächlich nur um eine Berufsunfähigkeit handelt. Aber dann erklärte mir der gute Mann auch noch, das eine vollständige Erwerbsunfähigkeit fast nur nach Widerspruch erteilt wird, so nach dem Motto: Man kann es ja mal versuchen. So hat es mich auch nicht verwundert, dass es offizielle Vordrucke gibt, um Einspruch gegen einen Rentenbescheid einzulegen. Einen solchen Vordruck hat man mir dann auch sofort und anstandslos ausgehändigt. Also wieder nichts, aber tapfer weitermachen.
Als ich mir zuhause dann den Vordruck genauer angeschaut habe, war ich mit meinem Spanisch ganz am Ende. Auch das Wörterbuch konnte nicht mehr helfen. Aber das kennt man ja, Amtschinesisch. Daher habe ich erst einmal ein Anschreiben als formlosen Einspruch für die Seguridad Social angefertigt, in dem ich alle Gründe für eine Erwerbsunfähigkeit aufgeführt habe. Mit diesem Anschreiben, dem Vordruck und dem Rentenbescheid bin ich dann zur Mutua (Berufsgenossenschaft) nach Figueres gefahren und habe das Ganze meiner dortigen Ärztin vorgelegt. Diese hat nur den Kopf geschüttelt und gesagt, dass ich definitiv erwerbsunfähig wäre, aber die Sozialversicherung würde es immer wieder versuchen. Sie hat mir auch den Einspruch ausgefüllt, so dass ich alles umgehend zurückschicken konnte.
Heute schreiben wir den 21.11.2008 und ich muss heute wieder mal einen Termin bei meinem Hausarzt wahrnehmen, aber, oh Graus mitten in der Nacht um 08:10 h. Zu einer Jahreszeit bei der es morgens um diese Zeit auch noch recht kalt ist. Aber was will man machen. Nachdem ich wiederholt mein Problem mit den Atmungsproblemen vorgetragen habe und das es sich um ein Lähmungsproblem des Atemzentrums durch das Morphium handelt, packte der Doc erst einmal sein großes schlaues Medikamentenbuch aus. Nach genauerem Studium der Wirkungen und vor allem der Nebenwirkungen meines Medikamentes musste er mir dann aber doch leicht zähneknirschend Recht geben. Es ist ja schon einmal ein Wunder, dass ein Arzt einen Fehler, bzw. ein „Nichtwissen“ zugibt. Nach Überlegung und weiteren Studium seines Buches hat er mir dann ein Medikament in Pflasterform verschrieben. Der Wirkstoff welchen die Pflaster enthalten nennt sich Fentanilo und dabei soll es sich um ein leichtes Opiat handeln. Auf Nachfrage, wie ich das Absetzen der Morphiumtabletten handeln soll, erklärte er mir: „Diesen Abend noch einnehmen, zum letzten Mal, und morgen Vormittag kurz vor dem Mittag das erste Pflaster aufkleben.“
Und damit begann der Anfang vom Ende. Am Tag des ersten Aufklebens dieses Pflasters war ja noch alles recht in Ordnung, sogar die Schmerzen sind leicht zurückgegangen, wie es so oft passiert, wenn man ein neues gutes Medikament die ersten Male einnimmt. Aber dann….. es folgte der kommende Tag an dem ich als erstes Symptom die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, und dass vollkommen grundlos. Zudem wurde mir zwischendurch immer wieder übel. Da ich mir abgewöhnt hatte, bei neuen Medikamenten den Beipackzettel zu lesen (was bei diesen extremen Schmerzmitteln immer einem Krimi gleicht) um das Gehirn betreffend der eventuellen Nebenwirkungen unbeeinflusst zu lassen. Da habe ich mir dann letztendlich doch den Beipackzettel vorgenommen. Als erstes war schon einmal die Größe des Zettels beeindruckend, weil er im Paket mehr als dreimal soviel Platz eingenommen hat wie die 5 Pflaster selbst. Und so reichhaltig war er dann auch bedruckt, natürlich wie man es bei Medikamenten schon kenn, auch mit reichlich Nebenwirkungen, welche unterteilt waren von: Tritt sehr häufig auf, bis zu: Tritt sehr selten auf. Zu den sehr häufig auftretenden Nebenwirkungen gehörten natürlich die Übelkeit und Depressionen. Zusätzlich zu diesen Nebenwirkungen kamen noch andere Symptome wie absolute Schlaflosigkeit ohne auch nur die kleinste Andeutung von Müdigkeit, ein unbeschreibbares Gefühl in den Beinen, welches sich teilweise durch Hyperaktivität und auch Verkrampfung der Beine äußerte. Und das alles zusammengenommen löste natürlich dann auch noch Angstzustände in mir aus. Selbst meine lieb gewonnenen Baldriantropfen, welche mir sonst auch bei den nächtlichen Atmungsproblemen geholfen haben, blieben diesmal gänzlich ohne Wirkung. Die vorsorglich eingenommene Schlaftablette; ohne jegliche Wirkung. Bis 2:00 h nachts bin ich durch die Wohnung gegeistert, weil ich versucht habe, den Kreislauf anzuregen, da ich vermutet habe, dass das komische Gefühl in den Beinen eventuell aus mangelnder Durchblutung resultierend aus zu niedrigem Blutdruck resultiert.
Aber nach einigem Überlegen, denn das Gehirn funktionierte ja zum Glück noch, kam ich zu folgendem Schluss: Bei einer täglichen Menge Morphiumsulfat von 320 mg über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten sollte man diese Droge, denn um nichts anderes handelt es sich doch bei diesem Medikament, nicht unbedingt von heute auf morgen absetzen. Das was ich da zu spüren bekam, sollten das etwa Entzugserscheinungen sein? Kurz überlegt: Das Pflaster hatte ich sicherheitshalber schon am Vormittag zuvor entfernt, war also schon seit ca. 16 Stunden ohne „Stoff“, also kann man es doch mal wieder mit einer geringeren Dosis der vor den Pflastern genommenen Morphium-Pillen versuchen. Was soll ich sagen, eine Pille von 100 mg Wirkstoff und nach ca. einer Stunde waren fast alle Symptome verschwunden, bis auf die Schlafprobleme. Also handelte es sich eindeutig um Entzugserscheinungen die ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche, maximal dem Doktor der das ganze verbockt hat.
Leider habe ich nach meinem Umzug seit ca. 5 Wochen immer noch keinen neuen DSL-Anschluss, so dass ich mich auch nicht bei meinen diversen Quellen über diverse Medikamente schlau machen konnte.
Also habe ich selber die Pflaster ganz abgesetzt und die Morphiumdosis auf 2 x 100 mg pro Tag reduziert. Diese Reduktion von 320 mg/Tag auf 200 mg/Tag ist schon etwas happig, aber jetzt, 3 Tage nach dem Chaos habe ich bis auf die Schlafstörungen alles überstanden. Und von den restlichen 200 mg werde ich mich durch ausschleichen, das heißt durch extrem langsames verringern der Dosis bis auf Null, innerhalb von 4 Monaten endgültig trennen. Diesen Plan habe ich schriftlich fixiert und werde ihn meinem Doktor auch vorlegen und bedingungslos durchsetzen. Nun habe ich schließlich durch ärztliche Verordnung auch Drogen kennen gelernt, sowie auch die Probleme einer Tabletten-/Drogensucht und die Schwierigkeiten des Entzuges. Ich kann nur sagen, diesen Dreck braucht kein Mensch.
Zwischenzeitlich, am 24.12.2008 war ich wieder einmal bei meinem Gelenkspezialisten in Blanes, in der Hoffnung, diesmal ihn selbst und nicht nur seine wichtigtuerische Vertreterin anzutreffen. In dieser Hinsicht hatte ich diesmal Glück, der Doktor selber war da. Was ich aber nicht mehr so in Erinnerung hatte, die Sprachschwierigkeiten gerade mit diesem Herren. Er spricht ein sehr unverständliches Spanisch und kann, oder will mein Spanisch auch nicht verstehen, obwohl ich mich mit seiner Sprechstundenhilfe ganz normal unterhalten habe. Aber diese wiederum hatte ein bisschen zuviel Respekt vor ihrem Boss, so dass sie sich nicht getraut hat, zu dolmetschen. Was für ein Unsinn.
Nun, wie dem auch sei, wir verständigten uns, wenn auch umständlich, aber es funktionierte. Zwar musste ich immer wieder hinterfragen, was er wohl meine, wenn er sich wieder etwas in den Bart nuschelte, was ihn sichtlich auch nervte, aber ich bin ja schließlich bei einem Facharzt, um zu erfahren, was ich letztendlich habe und was man dagegen unternehmen kann. Er eröffnete mir, dass ich eine „Polio-Arthritis“ hätte, das ist eine Entzündung sämtlicher Körpergelenke. Damit bestätigte er die Diagnose seiner jungen Kollegin, der ich nicht so recht vertraut habe. Nur die Medikation sah dieses Mal ein wenig anders aus. Meine tägliche Kortison-Dosis von morgendlich 5 mg wurde kurzerhand auf 2 x 30 mg, also auf ganze 60 mg täglich heraufgesetzt. Ziel ist es, die Gelenkentzündung innerhalb von 4 Wochen zu bekämpfen. Und danach müsste ich dann die Kortisontabletten auch ausschleichen, also Stück für Stück die Dosis reduzieren. Also ich bin nur froh, wenn ich diese ganzen Medikamente nicht mehr benötige. Kurz vor Ende der Sitzung habe ich diesen Facharzt ein wenig verärgert, so glaube ich wenigstens. Da er mir sagte, er werde jetzt noch einen Termin bei einem Rheumatologen in Girona für mich machen, ergab sich logischerweise meine Frage: „ Wieso Rheumatologe, ich dachte, dass ich diese Arthritis habe. Dann ist diese Diagnose also wieder nur geschätzt und halbseiden. Wofür dann also die Verstärkung der Medikation?“
Als Antwort sagte er mir, dass er eine zusätzliche Rheuma-Erkrankung einfach nur ausschließen will. Nun gut, dagegen konnte ich dann ja nichts mehr einwenden.
Und tatsächlich, 3 Tage nach der erhöhten Kortisoneinnahme geht es mir trotz verringertem Morphium ein ganz kleines bisschen besser. Mal sehen, wie lange das wieder anhält. Nur die Schlafprobleme bestehen immer noch mit ganz langsam sinkender Tendenz.
16.Fortsetzung 27.12.2008, 19:30h (nachoben)
Mittlerweile schlafe ich schon wieder besser, wenn auch weniger. Meist gehe ich erst um 2:00h nachts ins Bett, und schlafe mit 1-2 kurzen Aufwachphasen bis zum nächsten Morgen um 09:30h durch.
Was mir nun aber wieder zu schaffen macht, sind die Entzugserscheinungen, bei denen ich noch nicht weiß, ob sie von der Reduktion des Cortisons oder des Morphiums herrühren. Beide Medikamente habe ich am gleichen Tage reduziert, was wohl nicht so gut war. Das Morphium ist nun von 180mg/Tag auf 150 mg/Tag verringert, und vorerst einmal die abendliche Cortisondosis von 30mg auf 20mg.
Das Cortison selber hat im Moment eine leichte Besserung geschaffen. Die Schmerzen in einigen Gelenken sind zurückgegangen, aber lange noch nicht in allen. Dies wird auch wohl nichts mehr werden, denn ich vermute eine chronische Athritis, was mein Hausarzt bestätigte, der Facharzt allerdings noch nicht.
Mittlerweile habe ich auch Bescheid zu meinem Einspruch gegen die Berufsunfähigkeit mit gleichzeitigem Antrag auf die Erwerbsunfähigkeit erhalten. Trotz der vielen logischen Gründe FÜR eine Erwerbsunfähigkeit hat da irgendsoein Amtsschimmel der Seguridad Social den Einspruch abgelehnt. Ein gesunder Mensch von grünen Tisch aus erdreistet sich also zu entscheiden, das ich mit meinen Schmerzen doch wohl arbeiten könne. Als Kraftfahrer berufsunfähig, obwohl das doch im Fernverkehr ein körperlich recht leichter Beruf ist. Was soll ich denn wohl machen, wenn ich nach 20 Minuten sitzen mindestens wieder 2 Stunden liegen muß.
Nun wie dem sei, jetzt muß ich versuchen meine Erwerbsunfähigkeit durch eine Klage vor dem Sozialgericht zu erlangen.
Zum Glück gibt es auch in Spanien Prozesskostenhilfe, d.h. die für das Gericht zuständige Anwaltskammer stellt einen kostenlosen Rechtsanwalt, Dolmetscher und was sonst noch alles vonnöten ist. Gerichtskosten in dem Sinne wie in Deutschland gibt es hier in Spanien nicht.
17.Fortsetzung 10.01.2009, 16:00h (nachoben)
Mittlerweile bin ich zu dem Ergebnis gekommen, das ich die Dosis von Cortison und den Opioiden nicht gleichzeitig verringern darf, da dies mit verstärkten Entzugserscheinungen verbunden ist. Da ich da Cortison nach Arztvorschrift nach jeweils einer Woche um 10mg verringern muß, habe ich die Reduktion der Morphiumdosis auf mindestens 3 Tage danach verlegt. Zudem habe ich festgestellt, das jetzt bei den geringeren Dosen eine Verminderung um 15mg je Morgens und Abends zu schnell ist. Also werde ich wohl nach Rücksprache bei meinem nächsten Arzttermin die Reduktion auf jeweils 5mg verringern. Warum soll man sich quälen, wenn es auch einfacher geht. Und wenn man schon über 18 Monate Morphium einnehmen muss, dann kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an.
Die Nebenwirkungen des Cortison, welche sich in kleinen roten und juckenden Pickeln, sowie entstehen von kleinen roten "Schweinebäckchen" äußerten, gehen mit dem Ausschleichen auch so langsam zurück. Was bisher noch in vollem Umfange geblieben ist, ist dieser ständig vorhandene, fast unerträgliche Heisshunger. Wenn es danach ginge, könnte ich den ganzen Tag nur noch essen, essen, essen.
Das mit dem langsamen Absetzen der Medikamente sich auch langsam die Schmerzen wieder verstärken, ist wohl eine logische Angelegenheit. Aber bis jetzt habe ich besagte Schmerzen noch ganz gut durch die Einnahme von Ibuprofen in geringer Dosis im Griff. Aber da ich erfahren habe, das eine Dauereinnahme von Ibuprofen auch nicht die elegante Lösung ist, muß ich mit meinem Arzt beraten, welche medikamentösen Alternativen es für mich gibt.
Zu den vorher schon vorhandenen Gelenkschmerzen kommen nun noch Schmerzen im vorderen und hinteren Brustbereich, welche sich zum einen in Schmerzen beim bewegen und auch bei etwas tieferem Einatmen äußern. Da es sich um einen Dauerscherz handelt und nicht kein typisches Druckgefühl vorliegt, kann man Herzprobleme ausschließen, zumal das Herz auch erst kürzlich untersucht wurde und dies ohne negative Diagnose. Bei meinem nächsten Arztbesuch werde ich die Brustschmerzen erwähnen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten lassen.
18.Fortsetzung 07.02.2009, 16:00h (nachoben)
So, nun habe ich endlich alles beisammen, das heißt, ich kenne nun die Vorgehensweise zum Vorgehen für die Erlangung der Prozesskostenhilfe. Als erstes habe ich bei einer Unterabteilung des Provinzjustizministeriums vorgesprochen, wo man mir eine Bescheinigung zur Vorlage bei der Anwaltskammer ausgestellt hat. Mit dieser Bescheinigung bin ich auf direktem Weg zur Anwaltskammer gegangen, welche sich zum Glück gleich nebenan befand. Dort habe ich dann mein Anliegen vorgetragen, das ich einen Gratis-Rechtsanwalt welcher der deutschen Sprache mächtig ist, möglichst in Lloret de Mar, da ich Schmerzbedingt nicht immer nach Girona kommen kann, benötige. Und was weist man mir zu? Einen Rechtsanwalt in Girona, der noch dazu kein einziges Wort Deutsch spricht. Nun ja, da dieser Anwalt direkt in der Nähe der Kammer war, bin ich direkt ohne einen Termin auszumachen, dorthin. Eine Anwältin im Fachbereich Sozialrecht hat sich auch direkt meiner angenommen. Als erstes wollte ich natürlich die Angelegenheit mit der Bezahlung geklärt wissen, damit ich nicht böse hereinfalle. In meinem Fall, so erklärte mir die Anwältin, sei es so: Verliere ich den Prozess, ist alles komplett gratis für mich. Gewinne ich allerdings, habe ich bedingt durch die dann anerkannte Erwerbsunfähigkeit eine Rente in der Höhe, bei der mir keine Prozesskostenhilfe mehr zusteht. Also muss ich bei Gewinn des Prozesses meinen Rechtsanwalt selber bezahlen, was dann aber auch kein Problem mehr darstellt. Die Chancen eines positiven Ausgangs ständen so 60 zu 40 für mich, das hinge davon ab, wie viele Ärzte positiv für mich aussagen werden. Zudem müsste ich zu einem neutralen Arzt, der das medizinische Gutachten für den Prozess erstellt. Allerdings müsste ich diesen Arzt selber bezahlen, da hier die Prozesskostenhilfe nicht zum tragen käme. Und die Gesamtsumme, welche dieser Arzt verlangt, würde so um die 1.000 € (eintausend) betragen. Das hat mich dann doch erst einmal vom Hocker gehauen und ich habe die Anwältin gefragt, wie ich das denn wohl bezahlen solle, wenn ich kein Geld habe. Sie meinte, das könne ich mit dem Arzt bereden, er würde mit sich sprechen lassen. Nachdem ich dann alle Unterlagen dort gelassen habe, konnte ich mich zum Glück wieder auf den Heimweg machen. Diese 3 Stunden in Girona haben mir so dermaßen Kraft gekostet, dass ich die nächsten 2 Tage mehr tot als lebendig war. Und in solch einem Zustand soll ich arbeiten gehen, ich frage mich nur, wie das gehen soll.
Zuhause eingetroffen habe ich direkt bei dem Arzt in Girona angerufen und einen schnellstmöglichen Termin ausgemacht, welchen ich auch direkt am nächsten Freitag erhalten habe
Daraufhin habe ich direkt mit meinem Hausarzt und mit der guten Ärztin von der Berufsgenossenschaft in Figueres gesprochen um von beiden eine Bescheinigung zu erhalten, in denen beide die komplette Erwerbsunfähigkeit befürworten sollen. Die Bescheinigung von meinem Hausarzt konnte ich direkt 2 Tage danach abholen, und in Figueres am Freitag, so dass ich das in Verbindung mit der Fahrt zu dem neutralen Arzt in Girona kombinieren konnte. Die Ärztin in Figueres sagte mir auch sofort, dass meine Anwältin sie jederzeit anrufen könne, und sie auch als Zeugin zur Verfügung stände.
Danach bin ich dann direkt nach Girona gefahren. Nach einer Wartezeit von fast einer Stunde über den Termin hinaus habe ich dann endlich diesem „wichtigen“ Arzt gegenüber gesessen. Das einzige, was er wollte, waren Papiere, Papiere, Papiere. Eine Untersuchung wäre nicht vonnöten, da die Diagnosen ja schon aus meinen Unterlagen hervorgehen würden. Als ich auch ihn darauf ansprach, dass ich kein Geld hätte, um ihn zu bezahlen, ließ er sich auch auf ein Erfolgshonorar ein.
Im Falle, das ich den Prozess verlieren würde, hätte ich nur die Summe von 95,00€ für diese eine, heutige Sitzung zu zahlen, die allerdings sofort fällig ist, ansonsten wäre alles andere gratis.
Bei einem Erfolg, das heißt, wenn ich die absolute Erwerbsunfähigkeit erlange, wird ein Pauschalhornorar in Höhe von 850,-- € fällig. Eine stolze Summe, die sich für mich allerdings in 45 Tagen amortisiert hat. Also so gesehen nicht wirklich viel.
19.Fortsetzung 07.02.2009, 16:00h (nachoben)
Man sagt ja immer so schön: „Schlimmer kann es nicht mehr kommen“, doch weit gefehlt, es kam noch schlimmer. Dieses Ereignis hatte ich schon mehrmals vorher, jedoch ohne Folgen. Innerhalb von Sekunden habe ich im rechten Bein sämtliches Gefühl und die gesamte Kraft verloren, so das ich in manchen Fällen gefallen bin, in anderen Fällen konnte ich mich noch soeben abstützen, was aber auch eine Quälerei für meine eh schon schmerzenden Handgelenke war. Aber diesmal kam es anders. In solch einem Fall, also bei einem drohenden Sturz versucht man sich ja instinktiv zu halten und abzufangen. Da dies bei mir in einer Vorwärtsbewegung geschah, wurde ich, ohne das ändern zu können, erst immer schneller, verdrehte dabei noch meine Beine, bevor ich mit sehr starkem Schwung auf meine rechte Hüfte stürzte. Also wer das nicht kennt, auf ein schon von Arthritis befallenes Gelenk zu fallen, der kann sich kein Bild von den dabei aufkommenden Schmerzen machen. Mir schossen unbewusst die Tränen in die Augen und ich musste erst einmal 10 Minuten im Dreck liegen bleiben, weil meine Frau nicht die Kraft hatte, mir aufzuhelfen und sonst keine Passanten in der Nähe waren. Nach einigen Minuten merkte ich dann ein klebriges Gefühl in meinen Handinnenflächen und stellte da mehre blutende Wunden fest, weil ich wohl versucht habe, mit den Handflächen zu bremsen. Nach 10 Minuten habe ich mich dann in die senkrechte gequält und konnte mich dann für die nächsten Minuten an einer Mauer abstützen. Langsam ließen dann auch die Schmerzen etwas nach, so dass ich in dem Moment dachte, Glück im Unglück gehabt. Aber weit gefehlt. Zuhause angekommen habe ich mich erst einmal aufs Sofa gelegt, um mich von dem erlittenen Schreck zu erholen. Doch der ganz große Schreck kam, als ich dann wieder aufstehen wollte, nichts geht mehr, bei jeder Bewegung grausame Schmerzen in der Hüfte und im Bein, die mich nah an eine Ohnmacht getrieben haben. Ich hatte schon in Erwägung gezogen, einen Krankenwagen zu rufen und mich ins Krankenhaus nach Blanes bringen zu lassen, aber nach logischer Überlegung: „Was machen die am Wochenende mit mir im Krankenhaus? Mit Sicherheit gar nichts!“ Also beschloss ich erst einmal abzuwarten. Wäre etwas gebrochen oder gesplittert, könnte ich mit Sicherheit gar nicht mehr laufen. Also mit erhöhter Dosis Ibuprofen übers Wochenende kommen und in der kommenden Woche selber zum Krankenhaus fahren. Das ist wiederum der Vorteil hier in Spanien. Da haben alle Kassenkrankenhäuser die Notaufnahme inklusive Hausärztlichen Service. Es ist also das gleiche als wenn ich zu meinem Hausarzt gehen würde, nur im Krankenhaus können die sofort röntgen und haben weitaus mehr Möglichkeiten. Übers Wochenende besserte sich mein Zustand tatsächlich ein wenig, nur war es am Montag noch nicht so weit, das ich mir zugetraut habe, zum Krankenhaus zu fahren, also verlegte ich es noch einmal auf Dienstag.
Am Hospital angekommen wie immer das gleiche Problem: Einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs zu bekommen. Einfach unmöglich. Diesmal musste ich sogar noch weiter weg parken wie sonst üblich. Der Weg zu Fuß zum Eingang hat mich dann wieder weit zurück geworfen, was heißen will, die Schmerzen kamen verstärkt wieder zurück. Nach Anmeldung und relativ kurzer Wartezeit bin ich dann auch schon an der Reihe. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt ordnete dieser eine Röntgenaufnahme von meiner Hüfte an. Wie fast zu erwarten war, ergab die Aufnahme, das an den Hüftknochen und am Gelenk kein mechanischer Defekt festzustellen sei. Also hieß die Diagnose: „Prellung rechte Hüfte“. Als Schmerzmittel verschrieb er mir Paracetamol, einzunehmen 3-mal täglich über 8 Tage. Auf meine Frage hin, was das bewirken soll, wenn sogar Ibuprofen, ja nicht einmal mein Morphium so wirklich schmerzlindernde Wirkung zeigen, sagte er mir nur, das müsse ich doch ihm überlassen. Aber das kenne ich ja schon. Vertraue einem Arzt unbesehen bei dem verschreiben von Medikamenten und ruckzuck bist du abhängig. Wer weiter oben schon gelesen hat, weiß, dass ich da aus Erfahrung spreche. Nach telefonischer Rücksprache mit meinem Hausarzt wusste ich dann, dass ich im Recht war. Er riet mir, das Paracetamol tatsächlich wegzulassen, und stattdessen vorübergehend die Morphiumdosis ein wenig zu erhöhen. Das wiederum geht mir aber auch gegen den Strich, da ich ja zur Zeit dabei bin, das Morphium auszuschleichen, das heißt, momentan bin ich auf Entzug, was sich bei mir nicht gerade einfach gestaltet. Also ertrage ich nun erst mal die Schmerzen, aber in dem Wissen, das ich im Notfall die Drogendosis erhöhen kann. Ich kann im Moment noch nicht so recht differenzieren was denn schlimmer ist? Diese Schmerzen oder die durch das Morphium hervorgerufenen Atemdepressionen, wobei letztere unangenehm aber nicht ungefährlich sind.
20.Fortsetzung 26.02.2009, 16:00h (nachoben)
Da ich meinem Rechtsanwalt kontinuierlich alle neuen Unterlagen zukommen lasse, habe ich mir erst einmal das Schreiben von dem Doc der Notaufnahme vorgenommen, und mir standen sofort die Haare zu Berge. Bevor man also dort zum Arzt kann, wird erst einmal ein Fragebogen ausgefüllt mit den Krankheiten, Medikamenten und Allergien. Dort habe ich dann angegeben, das ich gegen das BTM Fentanyl allergisch reagiere. Und was steht in dem Arztbericht ? Keine Medikamentenallergie. Keine Bewegungseinschränkung, obwohl ich kaum krauchen konnte. Brauch man dafür einen Arzt? Ich sage mal: NEIN
Wenn nun jemand darauf wartet, das ich von einem nachlassen der Schmerzen berichte, falsch. Statt Linderung werden die Schmerzen immer schlimmer. Jeder einzelne Schritt bereitet mir mehr oder weniger unerträgliche Qualen. Die Morphiumdosis habe ich schon auf 2 x täglich je 60 mg erhöht, jedoch mit sehr mäßigem Erfolg. Zusätzlich nehme ich noch die Tageshöchstdosis von 2.400mg Iboprufen, aber mit begrenzter Wirksamkeit, die zwischen ein und zwei Stunden liegt. Und in diesen maximal 2 Stunden sind die Schmerzen auch nicht verschwunden sondern lediglich ein wenig gemäßigt. Nun kam meine letzte Entscheidung als Versuch: Erhöhung der Cortisondosis von 10mg morgens auf je 15mg morgens und abends, was mir dann wirklich eine leichte, dauerhafte Linderung verschaffte. Den Ausschlag hierzu gab mir das Wissen, das es auch rheumatische Erkrankungen gibt, die am Blutbild nicht feststellbar sind. Und der Erfolg gab mir scheinbar recht. Nur nachts war weiterhin keine Besserung feststellbar. Nach maximal 2 Stunden Schlaf werde ich wach und muss mich dann für einige Minuten auf einen höhen Stuhl setzen, da ein sitzen auf der niedrigen Bettkante unmöglich ist. Während der Nacht kann ich keine Medikamente einnehmen, da ich die Tageshöchstdosis Ibuprofen nicht überschreiten möchte, und die Opioide sind Retardkapseln mit einer Wirkdauer von 12 Stunden, das heisst, ausserhalb dieser 12 Stunden keine weitere Einnahme möglich. Bis zum nächsten Termin bei meinem Internisten muss ich mich halt so über Wasser halten. Bei der nächsten Sitzung bei meinem Internisten also erzählte ich ihm die gesamte Problematik mit dem Ergebnis, das ich mich wegen der Cortisonerhöhung beschimpfen lassen musste. Das sei nur ein Placebo-Effekt. Und das von einem Spezialisten, der eigentlich wissen müsste, das man nicht alle rheumatischen Krankheiten alleine am Blutbild feststellen kann. Das Röntgenbild meiner Hüfte hatte er auch vorliegen und ausser einer leichten Athrose sowie ebenfalls Osteoporose sei nichts festzustellen. Dasgleiche sei auch mit meinen Handgelenken. In meiner Wut habe ich diesem Arzt erst einmal gesagt, das ich mit meinen Problemen demnächst lieber zu meinem Friseur gehen werde, der hat vielleicht ein bischen Ahnung davon und ich will sofort zu einem Rheumatologen, wofür ich schon seit Monaten auf einen Termin warte. Auf jeden Fall werde ich zu ihm (diesem komischen Internisten) nicht mehr kommen, weil er keine Ahnung hat. Scheinbar hat mir meine Wut diesmal ein wenig geholfen, denn es wurde sofort hektisch telefoniert, um einen Termin beim Rheumatologen zu bekommen. Und zudem habe ich von ihm ein detailliertes Schreiben über meine Diagnostik verlangt. Er sagte mir dann zu, das ich beides, also sein Schreiben und den Termin bei Spezialisten innerhalb von drei Tagen erhalten würde. Mein Abschiedskommentar war nur: Wer´s glaubt wird seelig.
Mit dem Gefühl, wieder nichts erreicht zu haben und das den Ärzten meine grässlichen Schmerzen vollkommen egal sind, habe ich mich wieder auf den Heimweg gemacht. Nachdem ich dann eine Stunde zuhause war, klingelte unser Telefon und die Rezeption der Klinik in Blanes war dran. Man möchte mir meinen Termin beim Rheumatologen durchgeben. Allerdings wäre da vor Mai gar nichts mehr möglich. Aber solche Termine ist man ja als Sozialversicherter gewohnt. Und noch einen Tag später bekam ich einen weiteren Anruf, mein Diagnoseschreiben des Internisten läge abholbereit in der Klinikrezeption. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Jetzt ist die Diagnose noch erweitert worden Nun besteht zusätzlich der Verdacht auf die Morbus Still Erkrankung, was nach meinen Recherchen eine ganz seltene rheumatische Erkrankung ist. Es handelt sich um eine rheumatische Kindererkrankung, welche allerdings auch bei Erwachsenen auftreten kann. Was nun also laut Aussage meines Rechtsanwaltes sehr gut für den Ausgang meines Prozesses wegen der Erwerbsunfähigkeit ist, dementsprechend schlecht ist es für mein Schmerzempfinden.
Ich habe es auf anraten des Arztes aber wirklich nochmal mit einer Reduktion des Cortisons versucht, denn ich lasse mir nicht nachsagen, gegen meine Ärzte zu agieren, aber der einzige Erfolg war eine Verstärkung der Schmerzen innerhalb von 12 Stunden. Wenn das Einbildung sein soll, weiss ich nichts mehr.
Um der Schmerzen wenigstens einigermassen Herr zu werden, um nicht das Risiko einzugehen, vor Schmerzen vom Balkon zu springen, habe ich nochmals die Morphiumdosis um je 15 mg 2 mal täglich erhöht, so das ich wenigstens im liegen die eine oder andere schmerzarme halbe Stunde "geniessen" konnte. Es ist einfach nur brutal.
ICH KANN NUR JEDEM RATEN NIEMALS MIT DEM RAUCHEN ZU BEGINNEN, UND JEDEM, DER SCHON RAUCHT, UMGEHEND DAMIT AUFZUHÖREN. HOFFENTLICH KANN ICH MIT MEINEM OBIGEN KRANKHEITSBERICHT UND DEN NOCH FOLGENDEN BERICHTEN ÜBER DIE NACHTEILE DES RAUCHENS SOWIE DIE HILFEN BEIM ENTZUG SEHR VIELEN LEUTEN DIE NÖTIGE HILFE ZUM AUFHÖREN, BZW. GAR NICHT ERST ZU BEGINNEN, MIT AUF DEN WEITEREN WEG GEBEN
Im übrigen ist auch mein Buch hierüber auf dem Markt.